Computerprobleme bei Wahlen in der Hauptstadt

In Brüssel gibt es ernshafte Probleme bei der Auszählung der Stimmen. Jede Menge Disketten mit den Wahlresultaten sind unlesbar. Im Wahlbereich des Stadtteils Schaarbeek hat ein Friedensrichter die Auszählung unterbrechen müssen.

Rund ein Dritttel der Wahlbüros hat Probleme beim Auszählen der Stimmen. In 17 von 19 Brüsseler Gemeinden gibt es Schwierigkeiten. Die Computer in Brüssel sind sehr alt, teilweise über 20 Jahre alt. 

In Schaarbeek war um 22 Uhr zum Beispiel noch kein einziges Ergebnis bekannt, aber auch in 1000 Brüssel selbst und im Stadtteil Elsene gab es ernsthafte Probleme. Das Innenministerium hat deshalb die Auszählung ausgesetzt - auf wie lange ist noch nicht deutlich. In Elsene hat der Friedensrichter die Zählbürovorstände schon nach Hause geschickt. Es besteht also die Möglichkeit, dass die endgültigen Ergebnisse von Brüssel erst am morgigen Montag bekannt werden.

PS und MR liefern sich in Brüssel Kopf-an-Kopf-Rennen

Was um 22 Uhr bereits bekannt war, ist, dass ein Drittel ausgezählt war und dass sich die französischsprachige liberale MR und die französischsprachige sozialistische PS ein Kopf-an-Kopf-Rennen in Brüssel liefern. Beide vereinen rund 23 Prozent der Stimmen auf sich. 

Die Grünen Ecolo verlieren auf der französischsprachigen Seite stark an Stimmen. Die radikal-frankophone FDF schneidet in der Hauptstadt gut ab. Auf flämischer Seite ist durch die Bürger in Brüssel niemand in die Kammer gewählt worden.

Was das Brüsseler Parlament angeht, so ist die flämische liberale Open VLD die größte flämische Partei. Hier kann man von einem "Guy Vanhengel-Effekt" sprechen mit einem Drittel aller flämischen Stimmen. Die flämischen Grünen Groen schneiden auch sehr gut in Brüssel ab. Die flämischen Sozialisten SPA sind dritte Partei. 

Auch in Brüssel bricht übrigens die flämische nationalistische Partei N-VA durch, wenn auch nicht in gleichem Maße wie in Flandern: Plus 11 Prozent.

Der rechtsextreme Vlaams Belang verliert 12 Prozent und verschwindet voraussichtlich aus dem Brüsseler Parlament. Dies sind aber noch lange keine endgültigen Ergebnisse.