Flandern: Zeigen erste Ergebnisse einen Trend?

In einigen Kantonen und Wahlkreisen in Flandern liegen die ersten Ergebnisse bereits vor, doch noch sind diese sehr vorläufig und örtlich auch sehr unterschiedlich. Ein vorsichtiger Trend ist allerdings schon herauszufiltern. In der Mehrheit dieser Kantone kommen die flämischen Nationaldemokraten der N-VA auf Landesebene auf über 30 % der Stimmen. In den meisten Wahlbezirken werden oder bleiben die Christdemokraten der CD&V zweite Kraft. Doch haben die Wähler zwischen dem flämischen Landes- und dem belgischen Bundesparlament unterschiedlich abgestimmt.

Dass die N-VA in vielen Orten und Kantonen bei diesen Wahlen zu einem neuen Regionalparlament einen Stimmenanteil von über 30 % erhalten würde, war schon aus den Umfragen vor dem Wahltag abzusehen. Dieser Trend scheint sich in den ersten Stunden nach Schließung der Wahllokale zu bestätigen. Doch nicht überall kann die N-VA zulegen. In einigen städtischen Wahlkreisen, z.B. in Löwen, verlieren sie Stimmen.

Deutlich wird aber auch, dass die flämischen Christdemokraten CD&V standhalten können und zweitstärkste Kraft bleiben oder werden. In einigen Wahlkreisen flirten die Christdemokraten mit der 20 %-Marke. Mancherorts bleiben die Konservativen aber auch bei 12 bis 13 % stecken.

Die sozialistische SP.A kann, wie die ersten Ergebnisse aufzeigen, mancherorts sogar zulegen und gewinnt in einigen Wahlkreisen deutlich an Stimmen, z.B. in Westflandern und in Antwerpen. In Ostende, wo Belgiens noch amtierender Bundesminister für Wirtschaft und Verbraucherschutz als Spitzenkandidat antrat, legen die Sozialisten im Vergleich zu den Landtagswahlen 2009 und den belgischen Parlamentswahlen 2010 offenbar deutlich zu.

Die liberale Open VLD muss offenbar bei diesem Wahlgang Federn lassen. Nach den ersten Ergebnissen am Sonntagnachmittag zeichnen sich Verluste von bis zu 15 % ab. Nur in Flämisch-Brabant, wo die äußerst populäre belgische Staatssekretärin für Asyl und Einwanderung, Maggie De Block als Spitzenkandidatin für die flämischen Liberalen für die Abgeordnetenkammer im Bundesparlament antrat, zeichnet sich ein Stimmenanteil von rund 24 % ab.

Schwere Verluste für Vlaams Belang

Flanderns Grüne von Groen scheinen im Vergleich zu den vergangenen Wahlgängen mehr oder weniger ihr Status Quo zu halten, während der rechtsradikale Vlaams Belang massiv an Stimmen verliert. Die Rechten scheinen in manchen Wahlkreisen, sogar in ihren früheren Hochburgen in Antwerpen, ihre Sitze zu verlieren.

Die linksradikale Partei PVDA+ scheint den Einzug in die Parlamente zu verpassen und konnte demnach den traditionellen Parteien im linken Spektrum wieder Erwarten kaum Stimmen streitig machen. Die rechtspopulistische LDD, die nur noch in Westflandern um ihren Verbleib in flämischen Regionalparlament kämpfte, scheint diese Wahl nicht zu überleben.