Linksextreme sind die Überraschung in Wallonien

In Wallonien hat die linksextreme Partei PTB-Go! geschafft, was ihrem Pendant PVDA+ in Flandern verwehrt geblieben ist: Sie wurde die größte Überraschung der Regionalwahlen und holte aus dem Stand rund 5 bis 6 %. Vor allem im Großraum Lüttich sorgte die PTB-Go! für einen Erfolg. In Seraing wird mit 17 % die zweitstärkste Kraft. Die sozialistische PS bleibt allerdings weiter die größte Partei in der Wallonie.

Die Lütticher Linken haben offenbar mit ihrer sozialistischen Partei PS abgerechnet und nach der Übernahme des Amts des belgischen Premierministers durch Elio Di Rupo und dem wohl endgültigen Aus für die Stahlindustrie im traditionsreichen Lütticher Montanbecken haben sie die Proteststimmen auf sich vereinen können. In Seraing, eine Stahlstadt bei Lüttich, holt die PTB-Go! 17 % und in Lüttich selbst immerhin noch 11 %. Auf wallonischer Regionalebene sind für die Kommunisten 5 bis 6 % durchaus drin.

Die PS bleibt allerdings die größte Partei in der Wallonie und kann bei leichten Verlusten mit 32 bis 33 % der Stimmen rechnen. Die liberale Reformbewegung MR, die sich zum Ziel gemacht hatte, die PS als stärkste Kraft dort abzulösen, bleibt bei 22 bis 23 % stecken und ist damit weit von ihrem Wahlziel entfernt.

Die Grünen von Ecolo bleiben bei ihren rund 10 % der letzten Wahlgänge stehen, verlieren also nicht so viele Stimmen an die Kommunisten, wie vielleicht die PS. Auch die Zentrumspartei CDH könnte mit einem Ergebnis von rund 14 % mehr oder weniger ein Status Quo halten.

Die rechtspopulistische Partie Populaire könnte mit 5 bis 6 % den Einzug ins wallonische Regionalparlament in Namür schaffen. Nach den ersten Erhebungen könnten die Resultate, die die frankophonen Parteien in Wallonien erzielt haben, denen für die Abgeordnetenkammer im belgischen Bundesparlament durchaus ähnlich sein.