N-VA auch bei Europawahl in Belgien vorne

Die N-VA wird die größte flämische Partei im Europaparlament. Nach den flämischen und den föderalen Wahlen gewinnt die Partei auch bei den Europawahlen an Stimmen hinzu (+17,1 Prozent gegen 1 Uhr am Sonntagmorgen) und kommt damit auf 27 Prozent. Bei der Sitzverteilung bedeutet das drei Sitze mehr. Bei den Liberalen blieb die erhoffte Verhofstadt-Wirkung aus. Die flämischen Liberalen Open VLD verlieren -0,5 Prozent und kommen auf rund 20,1 Prozent. Sie sind vorerst dritte Partei knapp hinter den flämischen Christdemokraten CD&V.

Obwohl noch nicht alle Stimmen ausgezählt sind, ist bereits deutlich, dass die fämische nationalistische N-VA die größte flämische Partei im Europaparlament wird.

Sie kommt auf rund 27 Prozent und holt damit 4 Sitze. Das sind drei mehr als bei den letzten Europawahlen. Johan Van Overtveldt (239.217 Vorzugsstimmen) (großes Foto), Mark Demesmaeker, Helga Stevens und Louis Ide werden also schon bald ins EP einziehen.

Guy Verhofstadt: 474.444 Vorzugsstimmen

Die liberale Partei Open VLD und die flämischen Christdemokraten CD&V liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Sie holen beide etwas mehr als 20 Prozent.

Da die Ergebnisse aus Belgien für die Europawahl um 1.30 Uhr noch nicht endgültig waren, kann sich in der Sitzverteilung also noch etwas ändern. Vorerst behält die CD&V aber ihre heutigen 3 Sitze. Die Open VLD konnte ganz offensichtlich nicht von einem "Verhofstadt-Bonus" profitieren, denn obwohl der liberale Spitzenkandidat in Europa aus den Reihen ihrer Partei, der Open VLD, kommt, verliert die Partei voraussichtlich einen Sitz.

Beliebtester Kandidat ist Verhofstadt für viele Belgier dennoch. Er holt bei den Europawahlen 474.444 Vorzugsstimmen. Das sind die meisten Vorzugsstimmen der belgischen Kandidaten zum Europaparlament.

Auch der liberale Louis Michel von der französischsprachigen MR ist wieder ins EP gewählt worden mit 113.594 Vorzugsstimmen.

Bei der christdemokratischen CD&V schneidet Marianne Thyssen besonders gut ab. Sie holte 327.845 Vorzugsstimmen. Und bei den Grünen hat Bart Staes wieder das Rennen gemacht mit 119.613 Vorzugsstimmen.

Überhaupt haben die flämischen Grünen mit +2,6 Prozent zugelegt und kommen auf 10,5 Prozent, wobei sich bei der Sitzverteilung nichts ändert, die bleibt bei einem Sitz.

Der Verlierer: Vlaams Belang

Besonders herb hat es auf europäischer Ebene den rechtsextremen Vlaams Belang getroffen. Die Partei verliert -9,1 Prozent der Stimmen und kommt nur auf 6,8 Prozent. Die Partei behält noch einen Sitz und der geht an den heutigen Vorsitzenden Gerolf Annemans.

SP.A hat nur noch einen Sitz, PVDA+ bekommt keinen Sitz

Die flämische sozialistische Partei SP.A hat mit 13,2 Prozent ungefähr den gleichen Stimmenanteil wie bei den letzten Europawahlen. Aufgrund der Tatsache, dass ein flämischer Europabgeordneter weniger im neuen Parlament sitzen wird, verlieren die Sozialisten einen Sitz. In der Praxis verliert Saïd El Khadraoui seinen Platz im EP. Die einzige SP.Alerin im Halbrund wird Kathleen Van Brempt sein. Sie hat 155.635 Vorzugsstimmen bekommen.

Die Partei der Arbeit von Belgien PVDA+ verdreifacht zwar ihr europäisches Ergebnis (+1,4 Prozent) und kommt auf 2,4 Prozent der Stimmen, hat damit aber kein Recht auf einen Sitz.