Vlaams Belang ist der große Wahlverlierer

Nach den ersten Wahlergebnissen zu urteilen, sind die flämischen Rechtsradikalen des Vlaams Belang die großen Wahlverlierer. Noch an diesem Wahltag selber hatte der Vlaams Belang-Vorsitzende Gerolf Annemans (Foto) angedeutet, dass seine Partei mit mindestens 10 % rechnen würde. Doch dieses Wunschergebnis scheinen die Rechten weit zu verfehlen.

Vlaams Belang schafft vielerorts noch nicht einmal die 5 %-Hürde zu halten. Damit verschwinden viele Sitze im flämischen Landesparlament und auch in der Abgeordnetenkammer in der belgischen Bundesregierung. Selbst in ihrer einstigen Hochburg Antwerpen sind die ersten Ergebnisse und die Exit-Polls für den Vlaams Belang vernichtend.

Die Rechtsradikalen haben es offenbar nicht mehr geschafft, die flämischen Nationalisten zu überzeugen. Diese sind bei dieser „Mutter aller Wahlen“ massiv zu den Nationaldemokraten N-VA übergelaufen. Nach Ansicht vieler Beobachter und auch Politiker der anderen Parteien hat die N-VA den Vlaams Belang regelrecht „verpulvert“. Damit ist die Bemerkung von Parteichef Annemans, man müsse mindestens 10 % erreichen, um weiter etwas zu bedeuten, im Leeren verhallt.

Noch Ende der 1990er Jahre konnte Vlaams Belang auf rund 600.000 Wähler in Flandern zählen und 1991 sorgten die Rechten bei den traditionellen in Flandern und auf belgischer Bundesebene für Kopfschmerzen. Doch das ist lange her. Seit 2009 zog die N-VA die gemäßigten Nationalisten aus dem Vlaams Belang und an diesem 25. Mai 2014 scheint sich dieser Trend insofern zu bestätigen, als dass die Rechten ums Überleben kämpfen müssen.