Auslandspresse erwartet schwierige Verhandlungen

Auch die Presse im Ausland beobachtete die Wahlen in Belgien und kommt zu dem Schluss, dass auch diesmal wieder lange und zäh verhandelt werden muss, um eine neue belgische Bundesregierung zu bilden. Der Tenor ist überall der gleiche, ob in Europa oder darüber hinaus: „Belgien steht vor schweren Koalitionsverhandlungen“

Le Monde aus Frankreich stellt fest, dass die Wahlen in Belgien einen Angriff der flämischen Nationalisten erlebt haben. Die N-VA habe dort einen „eklatanten Wahlsieg“ erzielt heißt es dort und es sei wohl an deren Parteichef Bart De Wever, jetzt die Initiative zur Regierungsbildung zu ergreifen. Le Monde ist nicht entgangen, dass De Wever in der letzten Zeit einen gemäßigteren Ton angeschlagen hat, doch „er hat die Idee, das Land zu spalten, niemals fallen gelassen.“

Die niederländische Tageszeitung NRC Handelsblad sieht ebenfalls die N-VA als den großen Wahlsieger in Belgien und beobachtete gleichzeitig Stimmenverluste der sozialistischen PS in Wallonien. Und auch in dieser Zeitung ist der Untergang des rechtsradikalen Vlaams Belang ein wichtiges Thema. Ziemlich genau in die gleiche Kerbe schlagen die Beobachtungen des ebenfalls niederländischen Blatts De Telegraaf. Dort heißt es weiter dazu: „Niemals hat man mit mehr Macht versucht, den Flamen Weisheit zu bringen, doch sie haben für Veränderung, für die N-VA gestimmt.“

Bei der internationalen Nachrichtenagentur Reuters heißt es nach den Wahlen in Belgien, dass die „flämischen Separatisten starke Gewinne verbuchen‘. Reuters analysiert das Wahlergebnis recht scharf: „Eine Partei, die Belgien auflösen will, scheint der große Gewinner der Parlamentswahlen zu sein und dass kann zu einer monatelangen Blockierung führen, bis es zu der Bildung einer neuen Regierung kommen kann.“ Reuters weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Flandern der wirtschaftliche Motor Belgiens sei und dass das Wahlresultat für die N-VA denn auch nicht zu ignorieren sei.

Der US-TV-Sender Fox News erwartet ebenfalls schwerfällige Koalitionsverhandlungen, denn dort stellt man fest, dass Belgien mit „gespaltener Stimme“ gewählt hat. Auch hier stellt die Redaktion fest, dass eventuelle Verhandlungen zwischen der ‚regionalistischen N-VA-Partei‘ in Flandern und den weiter starken Sozialisten in Wallonien kein leichtes Unterfangen sein werden.

Die britische Daily Mail gibt der ‚regionalistischen N-VA‘ einen Freibrief in Anbetracht von schwierigen Koalitionsverhandlungen. Dies, so Daily Mail nicht ohne bissigem Unterton, sei etwas, worauf Großbritannien, wohl angesichts der separatistischen Bestrebungen in Schottland, schon lange warte. Dabei zitiert das Blatt auch gleich N-VA-Chef Bart de Wever mit den Worten: „Unser schwieriges Land ist noch schwieriger geworden…“