Erste informelle Gespräche in Flandern und Brüssel

Die flämischen Nationaldemokraten N-VA wollen am Dienstag auf flämischer Landesebene mit den Verhandlungen zur Bildung einer Regierung starten. In der Region Brüssel-Hauptstadt wird der Open- VLD-Spitzenkandidat ab Dienstag versuchen, eine Mehrheit bei den niederländisch-sprachigen Parteien zu finden, bevor Gespräche zu Bildung einer dortigen Regierung beginnen.

Nach einer internen Parteiversammlung der N-VA teilte Parteichef Bart De Wever mit, dass man ab Dienstag mit den Gesprächen zur Bildung einer flämischen Landesregierung beginnen wolle. Er stellte im Vorfeld allerdings fest, dass die Wähler die Karten auf eine besonders komplizierte Art und Weise neu gemischt hätten:

„Wir begreifen, dass sehr behutsam und bewusst gehandelt werden muss, denn der Zustand ist komplex und das bedeutet, dass wir die Gespräche, die wir in den kommenden Tagen führen, mit potentiellen Partnern und nicht mit den Medien führen müssen.“ Die Medien hätten denn auch allen Grund dazu, nicht davon auszugehen, dass aus seiner Ecke dazu keine Erklärungen folgen würden, so De Wever.

„Als größte Partei dürfen wir die Initiative ergreifen, die flämische Regierung zu bilden. Ich sagte ihnen dazu, dass ich diese Initiative auch ergreifen werde. Ich werde heute schon versuchen, einige Kontakte zu legen, damit wir hoffentlich morgen schon erste Versammlungen haben und so schnell wie möglich mit einer flämischen Regierungsbildung beginnen können.“

Was das föderale belgische Niveau betreffe, so De Wever, müsse man auf die Initiative des Königs warten. Dieser habe bereits die Partei kontaktiert und ein Termin wurde für Montagnachmittag vereinbart (Foto oben), doch er wisse nicht, wie die Sicht des Monarchen bezüglich einer Bildung einer belgischen Bundesregierung sei.

Guy Vanhengel ist in Brüssel am Zuge

Der Spitzenkandidat der flämischen Liberalen Open VLD in Brüssel, Guy Vanhengel, wird ab Dienstagmorgen Sondierungsgespräche aufnehmen, um eine Mehrheit auf niederländisch-sprachiger Ebene in der Hauptstadt-Region zu finden, bevor man mit Koalitionsverhandlungen auf gesamt-Brüsseler Ebene beginnen kann.

Vanhengel trifft als Vertreter der stärksten flämischen Partei in Brüssel zunächst die sozialistische SP.A, danach die Grünen von Groen und die N-VA und abschließend die christdemokratische CD&V. Open VLD holte in Brüssel fünf Sitze (+1), die Grünen von Groen (+1), die N-VA (+2) und die SP.A (-1) jeweils drei Sitze und Vlaams Belang einen (-2). Mit letzteren will Vanhengel keine Gespräche führen.