Europawahlen: Guy Verhofstadt bleibt am Ball

Guy Verhofstadt, Ex-Premier aus Belgien und Galionsfigur der europäischen Liberalen, schließt nicht aus, dass es weiter möglich ist, im Europaparlament eine Mehrheit um sein Programm und für seinen Vorsitz über die EU-Kommission zu bilden. Gegenüber der VRT sagte Verhofstadt am Montagmorgen, dass er mit seinem Wahlergebnis zufrieden sei.

Guy Verhofstadt sagte am Montagmorgen im VRT-Frühstücksradio „De ochtend“, er freue sich darüber, dass seine Partei, die flämischen Liberalen Open VLD im EU-Parlament drei Sitze erzielt haben. Seine EU-Fraktion allerdings, die liberale ALDE, könnte von derzeit 83 Sitzen auf nur noch 70 zurückfallen. Grund dafür ist dabei auch das äußerst schlechte Abschneiden der FDP in Deutschland (nur noch 3,4 %, 2009 noch 11 %).

Doch davon lässt sich der Mustereuropäer Guy Verhiofstadt nicht beeindrucken: „Wir verhandeln gerade mit sechs oder sieben Parteien in sechs verschiedenen Ländern. Das müsste noch 15 Sitze bringen. Ich hoffe, dass wir also wieder mit der gleichen Anzahl Sitze, wie heute, im Parlament sitzen. Wenn man sieht, die die anderen zurückgehen, dann stärkt das unsere Position.“

Verhofstadt wies gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion darauf hin, dass die anderen Spitzenkandidaten - der Christdemokrat Jean-Claude Juncker und der Sozialdemokrat Martin Schulz - keine stabile Mehrheit im EP gegen die Europaskeptiker hätten: „Das Endresultat der Verhandlungen sollte sein, dass die drei großen Fraktionen zusammenarbeiten müssen, um eine stabile Mehrheit bilden zu können.“