Staatsanwaltschaft spricht von terroristischem Anschlag

Die belgische Staatsanwaltschaft hat das Verbrechen im jüdischen Museum in Brüssel vom Samstag, bei dem drei Menschen getötet wurden und eine Person schwer verletzt wurde, offiziell als terroristischen Akt bezeichnet. Am Montag hat die Staatsanwaltschaft hierzu eine Pressekonferenz vor internationalen Medien abgehalten.

Die Justiz hat seit der Tat verschiedene Tipps zur Schießerei im jüdischen Museum von Brüssel erhalten. Es sei jedoch noch unklar, ob brauchbare Informationen darunter seien.

Die Polizei hat auch unzählige Bilder von Überwachungskameras angefordert und wird diese nun durchforsten.

Eine erste Analyse der Bilder der Überwachungskameras hätte ergeben, dass es sich bei dem Täter um eine kaltblütige Person handele, die bewusst und vorsätzlich gehandelt habe. Die Taten seien in weniger als eineinhalb Minuten begangen worden, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Wenke Roggen.

Sie wandte sich auf Englisch auch an die internationale Presse und teilte mit, dass die Schüsse im Gebäude des jüdischen Museums abgegeben worden seien, deshalb glaube man, dass der Tat ein terroristisches Motiv zugrunde liege. Auch international habe man um einen Informationsaustausch gebeten, hieß es noch.

Zentrum für gleiche Chancen erwägt, als Nebenkläger aufzutreten

Das Zentrum für gleiche Chancen hat eine Akte von der grausamen Tat am Samstag angelegt und erwägt, als Nebenkläger aufzutreten. Der Täter, der drei Personen kaltblütig erschoss und eine Person schwer verletzte, ist immer noch flüchtig.

Das Zentrum hat die Möglichkeit, auf der Grundlage des Gesetzes gegen Rassismus vom 30. Juli 1981 und des Antidiskriminierungsgesetzes vom 10. Mai 2007 sowie wegen Negationismus vor Gericht zu ziehen.

Online-Kondolenzbuch

Das jüdische Museum hat Montag auch die Eröffnung eines Online-Kondolenzbuches angekündigt, so dass die Bürger den Angehörigen und Freunden der Opfer Beileidsbekundungen und ihre moralische Unterstützung zusenden können.

Das Museum betonte zudem, dass es am Sonntag große Solidarität mit den Opfern gesehen habe.