Computerproblem bei den Wahlen aufgedeckt

Das belgische Innenministerium hat den Fehler im Computersystem bei der Auszählung der Wahlresultate in Brüssel und Wallonien entdeckt. Zum ersten Mal konnten die Wähler ihre Stimmabgabe korrigieren, doch bei rund 2.000 veränderten Stimmabgaben kam es bei der Auszählung zu Problemen. Inzwischen steht auch der Vertreter der deutschsprachigen Belgier im EU-Parlament fest.

Das Problem führte zu Unklarheiten vor allem bei den Vorzugsstimmen in Brüssel, in einigen wallonischen Wahlkreisen und in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. In unserem Land werden verschiedene Computersysteme verwendet, um elektronisch zu wählen. Das älteste System wird in nur noch in Brüssel und in der Wallonie genutzt.

Das Computerprogramm wurde dieses Jahr durch eine neue Anwendungsmöglichkeit ergänzt: Bei dieser Wahl wurde die Möglichkeit eingeführt, seine Stimme annullieren zu können, doch gerade bei diesen korrigierten Stimmen lag das Problem. Die Fehler entstanden, als das System die korrigierte Entscheidung der Wähler nicht registrierte, sondern lediglich deren erste Version, wie Peter Grouwels vom Innenministerium in Brüssel gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion erklärte:

„Das waren sehr spezifische Fälle, als die Wähler ihre Stimme auf eine bestimmte Weise ihre Stimme annullierten, nämlich wenn sie danach für eine andere Liste stimmten. Dann meldete das System bei der Auszählung in diesem Fall einen Fehler. Dadurch wurde bei rund 2.000 Stimmen nicht die korrigierte Stimme, sondern die erste Stimme gewertet. Ob diese Stimmen jetzt gestrichen werden, ist noch nicht klar. Am Resultat ändert das nichts. Es ist allerdings wichtig zu erwähnen, dass diese 2.000 Stimmen im Vergleich zu 21 Millionen gültigen Stimmen so gering ausfallen, dass sie Sitzverteilungen nicht mehr beeinflussen können.“

Persönliche Vorzugsstimmen in Brüssel freigegeben

Jetzt, wo das Innenministerium die Probleme bei der Auszählung der Stimmen der Wahlcomputer im Griff hat, konnten auch die Vorzugsstimmen für die in Brüssel gewählten Kandidaten freigegeben werden. Dabei hat der Brüsseler Regionalminister für Finanzen und Haushalt und Spitzenkandidat der flämischen Liberalen Open VLD, Guy Vanhengel, mit 7.375 Stimmen bei den niederländisch-sprachigen Wählern in der Hauptstadt-Region am besten abgeschnitten.

Pascal Smet, Spitzenkandidat der flämischen Sozialisten SP.A hingegen musste gegenüber 2009 1.261 Stimmen abgeben und strandete bei 2.679 Stimmen. Brüssels regionale Verkehrsministerin Brigitte Grouwels von den flämischen Christdemokraten CD&V behielt ihre rund 2.000 Stimmen, trotz herber Verluste für ihre Partei.