Welcher EU-Fraktion schließt sich die N-VA an?

Die flämischen Nationaldemokraten N-VA haben bei den Europawahlen am vergangenen Wochenende vier Sitze erzielt. Doch es steht noch nicht fest, welcher Fraktion sie sich letztendlich anschließen werden. Mehre Optionen liegen auf dem Tisch. Bei der Europäischen Freien Allianz (EFA), der auch die Grünen angehören, sind sie nicht mehr willkommen und wollen dies auch gar nicht mehr sein.

In der jetzt zu Ende gegangenen Legislaturperiode saß der einzige N-VA-Abgeordnete im EU-Parlament, Mark Demesmaeker, noch bei der EFA, der auch die Grünen angehören, doch es ist zu erwarten, dass sich die Europäische Freie Allianz von der N-VA trennen wird. Die unterschiedlichen Auffassungen zur Sozialwirtschaft zu den flämischen Nationaldemokraten sind der EFA zu groß.

Die N-VA muss sich also auf die Suche nach einer anderen Fraktion begeben und dabei hat sie gleich mehrere Optionen. Eine Möglichkeit liegt z.B. bei den Europäischen Konservativen und Reformern (ECR), zu der auch die Tory’s des britischen Premierministers David Cameron gehören.

Eine weitere Option ist die Europäische Volkspartei, die Fraktion der Christdemokraten in der EU, zu der die CDU/CSU aus Deutschland und die CD&V aus Flandern gehört. Nicht zuletzt ist für die N-VA auch die Fraktion der europäischen Liberalen, die ALDE von Guy Verhofstadt, für die N-VA interessant. Der N-VA-Spitzenmann in Europa, der am Wochenende ins EU-Parlament gewählte Johan Van Overtveldt (kleines Foto) will nichts wirklich ausschließen. Nur mit Sozialisten, Grünen und allzu eifrigen Pro-Europäern wolle man sich nicht einlassen, so Van Overtveldt dazu.

Ob allerdings die EVP von CD&V-Europapolitikerin Marianne Thyssen oder die ALDE von Guy Verhofstadt dazu bereit sind, die N-VA aufzunehmen, sei dahingestellt. Beide, Thyssen und Verhofstadt, hatten sich in Wahlkampf als nicht besonders N-VA-freundlich gezeigt.