Karlspreis für EU-Ratspräsident Van Rompuy

Für seine bedeutenden Verdienste um die Europäische Einigung hat EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy den Internationalen Karlspreis zu Aachen erhalten. Das Direktorium zeichnete den 66-Jährigen aus “in Würdigung seiner bedeutenden Verdienste als Mittler, Konsensbildner und Impulsgeber für die europäische Einigung”, wie es auf der Urkunde hieß.

Als erster ständiger Präsident habe der flämische Christdemokrat Van Rompuy das Amt geprägt. Pragmatisch und handlungsstark, mit großer Integrität und Integrationskraft leiste er einen maßgeblichen Beitrag zur Konsolidierung und Weiterentwicklung Europas, hieß es in der Begründung.

Als Reaktion auf die kritische Lage in der Ukraine wurden der ukrainische Regierungschef Jazenjuk und seine Amtskollegen aus Georgien und Moldau als Redner eingeladen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Karlspreises gab es keine Laudatio. Gegen 12:30 Uhr hat der Preisträger selbst vor den Gästen gesprochen.

Herman Van Rompuy hatte das neu geschaffene Amt an der Spitze des Europäischen Rats vor fünf Jahren angenommen. Erst am Dienstag haben ihn die Staats- und Regierungschefs damit beauftragt, mit dem Europäischen Parlament nach einem geeigneten Nachfolger für Kommissionspräsident Barroso zu suchen.

Der undotierte Karlspreis zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen in Europa. Er wird seit 1950 an Menschen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben.