Schiefergas: Belgische Grenzgemeinden in Sorge

Die Bürgermeister in Nord-Limburg und der Maas-Anrainerkommunen sind besorgt wegen Plänen der niederländische Regierung. Die führt eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsstudie im Zusammenhang mit der Schiefergasförderung durch.

Die niederländische Regierung will untersuchen, ob die Förderung von Schiefergas sinnvoll und verantwortbar ist. Die Anwohner haben nun sechs Wochen Zeit, um hiergegen Einspruch zu erheben. Die Förderung von Schiefergas ist wegen der Risiken für Mensch und Umwelt sehr umstritten.

Die Bürgermeister von Kinrooi, Maasmechelen und Maaseik wollen die Ergebnisse der Studie abwarten, äußerten aber bereits ihre Besorgnis. Schiefergas ist in Tonsteinen gespeichertes Erdgas und wird hauptsächlich durch so genanntes Fracking (hydraulische Rissbildung) gewonnen.

Durch Richtbohren entstehen horizontale Bohrlöcher, die die Austrittsfläche für das im Schiefergestein eingelagerte Erdgas erhöhen. Eine unter hohem Druck eingepresste Flüssigkeit („Fracfluid“: Wasser, Sand und Chemikalien) erzeugt rund um den Bohrstrang gasdurchlässige Strukturen. Teilweise enthalten die dabei eingesetzten Chemikalien krebserregende Verbindungen wie Benzol. Gegen Fracking gibt es massive Umweltschutzbedenken. Befürchtet werden Umweltverschmutzung und Erdbeben.

Bürgermeister Raf Terwingen von Maasmechelen sieht vor allem erhöhten Informationsbedarf. „Bisher sind die Vor- und Nachteile des Verfahren noch nicht klar umrissen. Wir hier in Maasmechelen müssen schon wissen, was die negativen Konsequenzen für die Landschaft sind, weil es dazu doch sehr widersprüchliche Informationen gib.“ Bürgermeister Peter Vanvelthove von Lommel lehnt die Schiefergasförderung kategorisch ab.