War Brüsseler Attentäter kein Einzeltäter?

Nach Ansicht von André Vandoren (Foto), dem Leiter der staatlichen belgischen Anti-Terror-Behörde (OCAD) in Brüssel, handelte der Attentäter von Brüssel nicht alleine. Vandoren glaubt, dass Mehdi Nemmouche in Syrien dazu ausgebildet wurde. Die meisten der aus Syrien heimgekehrten islamistischen Kämpfer sollte man überwachen, so der Anti-Terror-Koordinator.

André Vandoren von der belgischen Anti-Terror-Behörde OCAD, die auch die Bedrohungslage im Land analysiert, ist sich sicher: Mehdi Nemmouche, der vor 10 Tagen drei Menschen im Jüdischen Museum in Brüssel ermordete und eine weitere Person durch Schüsse schwer verletzte, ist kein Einzeltäter.

Der 29 Jahre alte Franzose sei in Syrien zum Attentäter ausgebildet worden, vermutet Vandoren. Für ihn geht von den islamistischen Syrienkämpfern aus Europa, die in ihre Heimatländer zurückkehren, eine potentielle Gefahr aus. Er ist der Ansicht, dass mindestens 50 der bisher 70 nach Hause zurückgekehrte belgischen Syrienkämpfer unter Beobachtung gestellt werden müssen.

Das ist bisher die Aufgabe seiner Behörde. Doch Vandoren plädiert dafür, in diesem Zusammenhang die Arbeit aller damit befasster Behörden in Belgien besser zu koordinieren, denn diese Art der umfassenden Überwachung von so vielen Zielen gleichzeitig sei kein leichtes Unterfangen.

Nemmouche widersetzt sich einer Auslieferung nicht

Mehdi Nemmouche, der in seiner französischen Heimat verhaftete mutmaßliche Attentäter von Brüssel, bleibt derweil weiter in seiner Zelle in einer Haftanstalt bei Paris. Der in Marseille verhaftete Nordfranzose wurde dem dortigen Haftrichter vorgeführt, der eine Verlängerung der U-Haft anordnete.

Nemmouche wird bis zu seiner Auslieferung an die belgische Justiz in Frankreich in Haft bleiben. Belgien hat bereits einen Auslieferungsantrag gestellt. Der Betroffene selber hat offenbar angegeben, sich einer Überstellung nach Belgien nicht zu widersetzen.