Die EU lädt ein: Erster G7-Gipfel in Brüssel

An diesem Mittwoch und Donnerstag kommen die Staats- und Regierungschefs der westlichen Industrienationen in Brüssel zusammen. Bei den zweitätigen Gipfeltreffen geht es in erster Linie um die Ukraine-Krise. Das Treffen findet unter dem Vorsitz der Europäischen Union statt.

Ursprünglich sollte dieses Treffen als klassischer G8-Gipfel in Sotschi stattfinden, doch nach der Zuspitzung der Ukraine-Krise durch die Annektierung der Krim hatten sich die westlichen Staaten von Russlands Präsident Wladimir Putin getrennt und sich selbst aus Sotschi ausgeladen.

Das bedeutet, dass zu dieser Gruppe nur noch die USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien gehören. Hinzu stößt bei diesem Treffen die EU als Ausrichter des Gipfels. Russland bleibt auf absehbare Zeit wohl außen vor. Unter Vorsitz der Europäischen Union, die bei G7- und G8-Treffen immer mit am Tisch sitzt, werden die westlichen Staats- und Regierungschefs darüber beraten, welche Linie man am besten gegenüber Putin einschlagen sollte.
 

Beobachter erwarten von der Runde bei der EU in Brüssel vorläufig keine neuen Strafmaßnahmen gegen Russland. Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber auch, wie die Wirtschaft im Westen mit der durch die Ukraine-Krise verschärften Wirtschaftskrise in Russland umgehen wird. Das Wirtschaftsforum in Sankt-Petersburg hat gezeigt, dass Probleme in dieser Hinsicht nicht zu vernachlässigen sind.

Im gleichen Maße wichtig sind für die G7-Staaten und die Europäische Union aber auch die zukünftigen Beziehungen zur neuen Regierung der Ukraine, die versucht, sich weiter nach Westen zu orientieren. Das Land steht kurz vor dem Staatsbankrott. Die G7-Mitglieder wollen gemeinsam beraten, wie der Ukraine zu helfen ist.

Weitere Themen, weitere Treffen

Doch auf der Tagesordnung des Brüsseler G7-Gipfels stehen die auch die allgemeine Lage der Weltwirtschaft, der Klimaschutz und das Thema Entwicklungshilfe. In wie fern die Teilnehmer angesichts der Russland-Ukraine-Thematik darauf eingehen können, bleibt fraglich. Während seines Aufenthaltes in der belgischen Hauptstadt Brüssel will US-Präsident Obama auch mit dem scheidenden belgischen Premierminister Elio Di Rupo (PS), mit dem ebenfalls scheidenden EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso (kleines Foto) und mit dem belgischen König Philippe zusammentreffen.