Belgocontrol änderte Flugrouten über Brüssel

Belgocontrol, die belgische Flugsicherung, hat die Start- und Landerouten über Brüssel, die der scheidende Staatssekretär für Verkehr und Mobilität, Melchior Wathelet (CDH) vor einigen Wochen anpasste, wieder abgeändert. Dies soll den Fluglärm über den Brüsseler Gemeinden Schaarbeek und Etterbeek eindämmen, sorgt aber auch wieder für Kritik.

Nach Meldungen der beiden frankophonen Tageszeitungen L’Echo und Le Soir hat Belgocontrol die Flugrouten über Etterbeek und Schaarbeek um etwa einen Kilometer in Richtung Osten verlegt. Die Mitarbeiter von Belgocontrol hatten diesen Vorschlag nach eigenen Angaben bereits vor einigen Monaten vorgelegt, da man festgestellt hatte, dass die Bordcomputer in den Flugzeugen nicht ausreichend präzise sein sollen, um der vom Kabinett Wathelet vorgegebenen Route genau zu folgen.

Staatssekretär Wathelet hatte die bisher geltenden Flugrouten, die den Fluglärm über Brüssel eindämmen sollte, im Mai erst anpassen lassen und zwar eigenmächtig. Dieser Schritt war in Schaarbeek und in Etterbeek heftig kritisiert worden, da dort danach mehr Fluglärm herrschte, als davor. Da Wathelet diesen Schritt eigenmächtig durchgedrückt hatte, warfen ihm die Kritiker vor, dieses Thema im Wahlkampf zu nutzen. Dies hatte allerdings den Effekt, dass dessen Partei, die Zentrumspartei CDH, in der Region Brüssel-Hauptstadt viele Stimmen verloren hatte.

Der Vorgang von Belgocontrol, den Wathelet-Plan abzuändern, mag in den beiden oben genannten Brüsseler Kommunen auf Zustimmung stoßen, doch auch dieser Schritt erntet Kritik, denn auch die Flugsicherung hat jetzt eigenmächtig gehandelt und ihre Routenänderung ebenfalls ohne Abstimmung mit anderen Gremien vollzogen. Ob jetzt wieder andere Brüsseler Gemeinden mehr mit Fluglärm zu kämpfen haben, ist noch nicht deutlich.