Verdächtiger Franzose will nicht der Täter sein

Mehdi Nemmouche, der Hauptverdächtige für den Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel, streitet ab, diese Tat begangen zu haben. Bei neuen Verhören in Frankreich gab er an, die bei ihm gefundenen Waffen in Belgien aus einem Auto gestohlen zu haben. Damit wiederspricht er vorangegangenen Aussagen und Indizien.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass sich Mehdi Nemmouche plötzlich weigere, nach Belgien ausgeliefert zu werden. Kurz nach seiner Verhaftung am vergangenen Freitag in Marseille, wo er bei einer Routinekontrolle von Drogenfahndern in einem Fernbus aufgefallen war, hatte er noch gesagt, man könne ihn ruhig an die belgische Justiz übergeben.

Doch jetzt sagte sein Anwalt gegenüber dem französischen Nachrichtensender iTELE, dass sich Nemmouche weigert, nach Belgien ausgeliefert zu werden und dass er angibt, den Anschlag in Brüssel nicht begangen zu haben. Er behauptet vielmehr gegenüber der französischen Staatsanwaltschaft, die ihn derzeit noch verhört, er habe die Waffen bei einem Einbruch in ein Auto in Belgien gestohlen.

Bei der Verhaftung des Verdächtigen in Marseille wurden eine Kalaschnikow, ein Revolver, große Mengen Munition und eine Kamera entdeckt. Die Waffen waren in einer Flagge der islamistischen Terrorgruppe ISIL gehüllt und eine Aufnahme in der gefundenen Kamera zeigte die Waffen und den verdächtigen, der dabei sagt, das Attentat in Brüssel begangen zu haben.

Laut Nemmouches Anwalt wollte dieser die Waffen in Marseille zu Geld machen. Der Jurist stellte gegenüber dem TV-Sender iTELE die Frage, welcher Straftat er jetzt verdächtig sei: „Diebstahl oder Mord?“ Nichts weise darauf hin, dass Nemmouche der Attentäter von Brüssel sei und deshalb solle die französische Justiz dessen Dossier an sich ziehen.