Menschenturm der Katalanen für Referendum

Am Sontagnachmittag haben ein paar hundert Katalanen auf dem Brüsseler Marktplatz um Unterstützung für das von der spanischen Region für den 9. November angekündigte Referendum zur Autonomie gebeten. Sie bildeten einen traditionellen Menschenturm.

Die erste Frage bei der Abstimmung der Katalanen soll lauten: "Wollen sie, dass Katalonien ein Staat wird?" Wird dies bejaht, lautet die zweite Frage: "Wollen Sie, dass dieser Staat unabhängig wird?"

Das Referendum wird aber nicht von der spanischen Regierung in Madrid anerkannt.

Den Katalanen zufolge sei ihre Frage alles andere als unangemessen oder inakzeptabel: "Wir wollen nur auf demokratische und friedliche Weise über unsere eigene Zukunft entscheiden", sagt Sergi López, der aus Filmen wie "Harry, un ami qui vous veut du bien" und "El laberinto del fauno" bekannt ist. "Schon seit Jahren streben wir über eine Wahl mehr Autonomie und eine demokratische Lösung für unsere Forderungen an, aber die spanische Regierung will das Referendum nicht statt finden lassen."

Mit ihren menschlichen Türmen, castells, wie sie an diesem Sonntag in acht europäischen Städten gebaut werden, wollen die Katalanen international auf sich aufmerksam machen und suchen Unterstützung für ihr Referendum. Die castells sind von der Unesco als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt worden. Sie spiegelten laut den Veranstaltern die Forderungen der Katalanen perfekt wieder.

"Die castellers bilden ein Ganzes. Sie nutzen die gegenseitigen Unterschiede in der katalanischen Gesellschaft. Ihnen gelingt es, Dank der gemeinsamen Kraft von jedem einzelnen Individuum, bis in den Himmel zu ragen", so Sergi López. "Auf die gleiche Weise wollen wir als Katalanen mit den anderen europäischen Völkern an dem Europa des 21. Jahrhunderts bauen."