Weitere Unwetter belagern Belgien

In der Nacht zum Montag wurden Regionen im ganzen Land von schweren teils lokalen Unwettern heimgesucht. Dieses Mal waren die Regionen um Sint-Niklaas in Ostflandern, das Antwerpener Stadtzentrum und mehrere Gegenden in Wallonien die Opfer der schweren Hagel- und Gewitterstürme.

Gegen Mitternacht musste zuerst die Westhoek dran glauben, von wo aus die Unwetter Richtung Ostflandern, Gent und weiter nach Antwerpen zogen.

In Westflandern hatten vor allem die Ortschaften Staden, Tielt und Ruislede mit Wassermassen zu kämpfen. In Tielt wurden Straßen und Keller überschwemmt.

Dutzende Einsätze der Feuerwehr waren die Folge. In Aarsele liefen die Keller eines Krankenhauses, eines Schwemmbads und eines Pflegeheims voll und rund 2.000 Besucher eines Zeltfestes mussten fluchtartig das Weite suchen.

Am schwersten wurde das Waasland heimgesucht. Die Feuerwehr registrierte rund 750 Anrufe. Dicke Hagelkörner zerstörten Scheunendächer, Treibhäuser, Wintergärten und Veranden, sowie Fensterscheiben von Wohnungen und Autos. Einige Autos trugen Beulen nach Einschlägen von Hagelkörnern davon.

In Antwerpen riefen rund 700 Mal besorgte Bürger bei der Feuerwehr an. Im Zentrum und im Norden der Stadt liefen brausende Wassermassen über die Straße und Regen und Hagel entblätterten hunderte Bäume.

Wichtige Einfallstraßen nach Antwerpen, Straßentunnel und Autobahnauffahrten mussten bis zum frühen Montagmorgen gesperrt werden.

Zwischen 3 und 4 Uhr am frühen Morgen zog eine zweite Unwetterfront über West- und Ostflandern hinweg und in Wallonien waren die Provinz Lüttich und das Dreiländereck stark betroffen.

VRT-Wettermann Frank Deboosere warnte vor weiteren Gewitter- und Unwetterfronten, die von Frankreich aus über Belgien hinwegziehen. Entspannung werde erst ab Dienstag erwartet, so Deboosere.