Flandern: SP.A will Stimmen neu auszählen lassen

Der Vorsitzende der flämischen Sozialisten von der SP.A, Bruno Tobback (Foto), will eine Neuauszählung der Stimmen für das flämische Parlament in Flämisch-Brabant. Das schreibt die Zeitung De Tijd.

In Flämisch-Brabant liegt die Union des Francophones knapp über der Prozentklausel mit einem Überhang von 64 Stimmen und hat damit einen Sitz der SP.A abgestaubt.

Laut Bruno Tobback habe es in der Gemeinde Sint-Genesius-Rode, in der viele Wähler wohnen, mehrere Anzeigen gegeben. Tobback fordert deshalb, dass alle Stimmen korrekt gezählt werden. Die neuen flämischen Parlamentarier müssen am 17. Juni, noch bevor sie vereidigt werden, entscheiden, ob die Stimmen in Flämisch-Branbant erneut gezählt werden sollen.

Inzwischen ist der Informator Bart De Wever (kleines Foto) beim König, um diesen den Abschlussbericht zu den Gesprächen über die Bildung einer neuen belgischen Regierung vorzulegen.

Es wird davon ausgegangen, dass der Informator De Wever den König bitten wird, eine mitte-rechts-Koalition bilden zu dürfen.

Die Frage ist, wird das mit oder ohne der französischsprachigen christdemokratischen CDH erfolgen. Die CDH hat noch nicht Nein gesagt, obwohl sie in Brüssel und Wallonien bereits eine Achse mit der französischsprachigen PS gebildet hat.

Die CDH will sich allerdings anhören, was ihnen Bart De Wever zu bieten hat. Ohne die CDH wird es viel komplizierter, denn dann bleibt die französischsprachige liberale MR als einzige französischsprachige Partei übrig, die dann auch alle französischsprachigen Ministerposten bekommen könnte. Dann wäre auch die flämische liberale Open VLD nötig, um eine Mehrheit zu haben und die wiederum fordert, auch in die flämische Regierung zu kommen und das zu einem Zeitpunkt, zu dem bereits die flämischen Regionalisten von der N-VA und die flämischen Christdemokraten von der CD&V an diesem Dienstag um 14 Uhr gemeinsam mit den Verhandlungen zu einer flämischen Regierung beginnen.