Delhaize: Sparplan bringt 2.500 Jobs in Gefahr

Die belgische Warenhauskette Delhaize hat am Mittwochmorgen während einer außergewöhnlichen Betriebsversammlung ein umfassendes Sparprogramm angekündigt. Diesem Vorhaben könnten bis zu 2.500 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Möglicherweise werden auch landesweit 14 Supermärkte geschlossen. Die Delhaize-Group arbeitet mit hoher Kostenstruktur und stärker werdender Konkurrenz durch Discounter.

Die Delhaize-Group sieht in ihren Sparplan die Schließung von 14 derzeit mit Verlusten arbeitenden Supermärkten vor. Das könnte die Streichung von bis zu 2.500 Jobs mit sich ziehen. Daneben plant die Gruppe auch die Umwandlung von mehreren kleineren Filialen zu selbständigen Supermärkten. Über solche und ähnliche Maßnahmen sollen bei Delhaize Arbeitskosten eingespart werden. Die Gewerkschaften zeigten sich geschockt und sprechen von "einem Schlag ins Gesicht des Personals".

Die Delhaize-Gruppe steckt in einer tiefen Krise. In der letzten Zeit muss die Warenhauskette heftige Einbußen am Markt einstecken. Von allen Seiten droht Konkurrenz von Discountern und Billigmärkten, wie z.B. Aldi, Lidl oder Albert Heijn. Seit einigen Monaten stellen Beobachter auch eine recht hohe Fluktuation in der Führungsebene fest. Vor knapp zwei Wochen verließ Dirk Van den Berghe, der Direktor von Delhaize-Belgien, die Gruppe. Allem Anschein nach wollte er Massenentlassungen nicht verantworten.

Geschlossen werden 14 mit Verlusten arbeitende Märkte: Aarschot, Berlaar, Diest, Dinant, Eupen, Genk (Stadsplein), Herstal, Kortrijk (Ring), La Louvière, Lommel, Dendermonde (Oude Vest), Tubize, Turnhout und Schaarbeek (Verhaeren). Gegenüber diesem Sparplan steht aber auch das Vorhaben der Delhaize-Gruppe, zwischen 2015 und 2017 in Belgien rund 450 Mio. € investieren zu wollen.

Rund 15.000 Beschäftigte

Delhaize betreibt belgienweit 854 Märkte verschiedenster Art und bietet rund 15.000 Personen eine Arbeitsstelle. 2013 verbuchte die Gruppe einen Umsatz von 5,1 Mia. € und erreichte damit einen Marktanteil von 25,5 %.

Von den Sparmaßnahmen sind die zur Delhaize-Gruppe gehörenden Filialen AD Delhaize, Proxy Delhaize und Shop & Go nicht betroffen. Auch die Aktivitäten von Delhaize in Luxemburg, von Red Market, Tom & Co und Caddy Home bleiben davon unberührt.