Genk: Strafandrohung per Einschreiben wegen Distel

Die Kommunalverwaltung der früheren Industriestadt Genk in der Provinz Limburg hat einer Bewohnerin der Stadt einen Einschreibebrief zukommen lassen, in dem sie ermahnt wird, bis spätestens 20. Juni eine Distel, die auf ihrem Grundstück steht, zu entfernen. Erfolgt dies nicht, dann droht die Stadt mit einem Strafzettel.

Im Garten von Steffie Miermans in Genk steht eine einzige etwa 25 cm große Distel. Miermans kann es nicht fassen, dass sie deswegen ein Einschreiben ihrer Stadtverwaltung zugestellt bekam, wie sie gegenüber der Tageszeitung Het Belang van Limburg sagte:

„Wir sind noch immer dabei zu bauen. Das bedeutet, dass hier und da Sandhaufen und unfertige Teile herumliegen. Da kann schon mal etwas Unkraut wachsen, auch am Rand des Rasens. In diesem Brief stand wörtlich, dass ich diese Distel entfernen muss. Ich wusste noch nicht einmal, dass wir eine Distel hatten. Wenn ich die nicht bis zum 20. Juni entferne, erhalte ich einen Strafzettel.“

Nach Angaben des diensthabenden Bürgermeisters von Genk, Ali Caglar (CD&V), ist das Problem das folgende: In Belgien ist die Distel an einen Königlichen Erlass gebunden. Dieser Erlass sieht vor, dass jeder Verantwortliche, in diesem Fall der Eigner des betroffenen Hauses, Blüte, Saatbildung und Verbreitung der schädlichen Disteln verhindern muss.