Kommerziell sind die Roten Teufel bereits erfolgreich

Egal, wie die Roten Teufel bei der Fußball-WM in Brasilien auch abschneiden werden: Kommerziell sind sie jetzt schon erfolgreich. In Belgiens Wirtschaftskreisen gehen Beobachter davon aus, dass die belgische Nationalmannschaft bei Marketing und Merchandising für einen Umsatz von bis zu 35 Mio € sorgen kann.

Schon jetzt kann man in Belgien in kaum einen Laden oder Supermarkt gehen, ohne nicht von roten, gelben und schwarzen Farben erschlagen zu werden. Überall locken die Angebote in der roten Farbe der Roten Teufel oder in schwarz-gelb-rot, den belgischen Landesfarben.

Da gibt es alles, was das Herz begehrt: Fellaini-Perücken, Mützen und Hüte, dreifarbige Süßwaren, Rote-Teufel-Shampoos, Gewinnspiele, allerlei Artikel mit Gratisbeigaben (z.B. dreifarbige Schminkstifte oder Panini-Fußball-Bildchen), Rote-Teufel-Wurst und vieles mehr.

Und je weiter die Roten Teufel in Brasilien kommen, je mehr dieser Artikel werden verkauft, denn in Belgien herrscht eine regelrechte Fußball-Rage, wie man sie sonst nur aus den Niederlanden kennt, wo die berühmte Oranje-Verrücktheit legendär ist (auch wenn sie bei dieser WM fast ausgeblieben ist…).

Bei den public viewings auf den Marktplätzen und in den Kneipen Belgiens will jeder dabei sein und möglichst auch geschminkt und in den passenden Trikot-Klamotten auftreten. Also könnten die Umsätze bei jedem gewonnenen Gruppenspiel oder Punktgewinn (Belgien tritt in der Gruppe H gegen Russland, Algerien und Südkorea an) noch weiter steigen.

Was wäre der ultimative Supererfolg (wirtschaftlich gesehen)?

Für Gino Van Ossel (Vlerick Business School) und Filip Van Doorslaer (Marketingdirektor des belgischen Fußballverbandes KBVB) steht fest, dass das wirtschaftlich beste Resultat für unser Land ein Finale zwischen Belgien und Deutschland mit Verlängerungen und einem deutschen WM-Sieg wäre (kein Witz!). Deutschland ist in den Augen der beiden Wirtschaftsexperten der ökonomische Motor Europas und die belgische Wirtschaft hänge deutlich von der des Nachbarlandes ab.

Aber, so Gino Van Ossel weiter, „als Fan würde ich doch für einen belgischen Sieg optieren…“ Eigentlich ist die heimische Wirtschaft schon jetzt der gefühlte Sieger der belgischen WM-Qualifikation, denn „das meiste wird schon vor der Weltmeisterschaft verkauft.“