Peeters: "Die Lohnkosten sind das Problem"

Flanderns scheidender Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V - Foto) rät den noch zu bildenden Regierungen in Bund und Ländern in Belgien vor dem Hintergrund des sich ankündigenden Delhaize-Dramas, dafür zu sorgen, dass weitere Schritte in Richtung Senkung der Lohn- und Arbeitskosten unternommen werden müssen. Peeters traf sich bereits am Mittwoch mit der Chefetage von Delhaize-Belgien.

Am Mittwochmorgen hatte Delhaize angekündigt, in einem umfassenden Sanierungsplan 14 Warenhäuser schließen zu wollen. Dabei sollen bis zu 2.500 Arbeitsplätze wegfallen. Peeters sagte zu diesem Anlass, dass die in diesem Zusammenhang anstehenden Sozialverhandlungen umsichtig geführt werden müssen. Die Zahl der Entlassungen sollte auf ein Minimum beschränkt werden. Gleichzeitig bezeugte der scheidende flämische Landeschef den von der Umstrukturierung betroffenen Arbeitnehmern und deren Angehörigen sein Bedauern über das, was auf sie zukommen mag.

Das schnelle Treffen zwischen Peeters und Delhaize kam auf Anregung der Chefetage der Warenhauskette, die sich seit einiger Zeit in wirtschaftlich unruhigem Fahrwasser befindet. Für die Delhaize-Manager liegt das Problem auf der Hand, wie Peeters nach dem Treffen sagte: „Sie weisen auf das Problem der hohen Lohnkosten. Es hat bereits Schritte in die richtige Richtung gegeben, z.B. über den Konkurrenzpakt, doch es müssen nach meinem Dafürhalten weitere Schritte unternommen werden und zwar von den Regierungen, die gerade gebildet werden.“

Regionale Lieferanten

Der scheidende flämische Ministerpräsident kündigte an, dass die verschiedenen Regierungsinstanzen im Land im Zuge der Sanierung bei Delhaize alles daran setzen würden, um die Folgen für die betroffenen Arbeitnehmer so gering, wie nur möglich zu halten. Sie sollen bei der Suche nach neuen Jobs von staatlicher oder Landesseite her begleitet werden.

Doch Peeters warnte auch vor eventuellen Folgen der Schließung von 14 Delhaize-Standorten für Zulieferer und Lieferanten: „Delhaize arbeitet viel mit Lieferanten aus den eigenen Regionen, unter anderem mit Landwirten. Wir müssen das auch verfolgen und überwachen.“