Regierungen beobachten die Vorgänge bei Delhaize

Die belgische Bundes- und die flämische Landesregierung wollen die Vorgänge um die zu erwartenden Standortschließungen und die daraus resultierenden Entlassungen mit wachsamem Auge beobachten. Belgiens scheidender Premierminister Elio Di Rupo (PS) kündigte an, den Respekt der sozialen Gesetzgebung im Land zu bewachen. Di Rupo und Flanderns scheidender MP Kris Peeters (CD&V) werden mit der Delhaize-Führung sprechen.

Flanderns scheidender Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V) führt Gespräche mit der Unternehmensleitung und dem Direktionskomitee der Delhaize-Warenhausgruppe, die ankündigte, aus Spargründen 14 Standorte schließen zu wollen, was den Verlust von bis zu 2.500 Arbeitsplätzen mit sich bringen soll.

Belgiens Noch-Premierminister Elio Di Rupo (PS) kündigte unterdessen an, sich bald mit der scheidenden belgischen Arbeitsministerin Monica De Coninck (SP.A) und den Gewerkschaften bei Delhaize an einen Tisch zu setzen, um die Folgen des Delhaize-Sparplans zu besprechen. Nicht zuletzt werden sich in den kommenden Tagen alle Regierungen aus Bund, Ländern und Regionen treffen, um das Thema unter die Lupe zu nehmen, denn in allen Landesteilen sind Delhaize-Warenhaus-Schließungen und Entlassungen zu erwarten. Premier Di Rupo kündigte an: „Die Regierung wird über den Respekt vor den sozialen Regeln wachen.“

Er habe den Umstrukturierungs-Beschluss von Delhaize mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen, so Di Rupo und die Regierung spreche den betroffenen Arbeitnehmern ihre Solidarität und Unterstützung zu, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung.

BELGA

Zynisch: Delhaize-Kurse steigen

Der Aktienkurs von Delhaize war am Mittwochmorgen, kurz nach Ankündigung der Sanierung bei der Gruppe, im Bel-Index an der Brüsseler Euronext-Börse nach oben gestiegen. Gegen 10:45 waren die Kurze um 1,40 % auf 52,95 € angestiegen und es wurden bis Börsenschluss rund 150.000 Aktien der Warenhausgruppe gehandelt. Am Dienstag, als die ersten Gerüchte über drohende Einschnitte bei Delhaize die Runde machten, stießen Aktionäre rund 313.000 Aktien der Gruppe ab.

Streiks und Arbeitsniederlegungen

In einigen der von Schließung bedrohten Delhaize-Supermärkten legte das Personal im Laufe des Mittwochvormittags aus Protest gegen die Sanierung ihre Arbeit nieder. Das war u.a. der Fall in fast allen Brüsseler Niederlassungen, im deutschsprachigen Eupen und in Dendermonde, in Kortrijk sowie in Lüttich der Fall.