Out: Reaktoren Doel 3 und Tihange 2

Die Atomreaktoren Doel 3 und Tihange 2 sind noch mindestens bis Herbst, wenn nicht sogar länger, inaktiv. Weitere Tests in Zusammenhang mit kleinen Rissen in der Reaktorwand seien notwendig, heißt es.

Der zuständige scheidende Staatssekretär Melchior Wathelet zieht selbst in Betracht, dass die beiden Reaktoren überhaupt nicht mehr ans Netz geschlossen werden.

"Sicherheit hat immer Priorität. Das ist, was ich als Mitglied der Regierung tun muss, um den Vorrat zu garantieren. Natürlich muss ich die nötigen Initiativen nehmen, weil ich weiß, dass die Möglichkeit besteht, dass die beiden Reaktoren gar nicht mehr ans Netz geschlossen werden. Da ich weiß, dass diese Möglichkeit eindeutig eintreten kann, muss ich eine Politik in diese Richtung führen", so Wathelet.

Der Stromnetzverwalter Elia warnt unterdessen, dass es in diesem Winter nicht einfach werden würde. "Der Ausfall dieser beiden Atomreaktoren sind keine guten Nachrichten für die Versorgung. Das steht fest. Auch was den nächsten Winter betrifft", so Barbara Verhaegen von Elia. "Wir haben schon einen Winter ohne diese Atomreaktoren verbracht (der Winter von 2012-2013). Damals waren wir struktureell vom Import abhängig. Die Situation hat sich seither weiter erschwert, unter anderem aufgrund der Schließung nicht rentabler Gaszentralen."

Firmen sollen Verbrauch drosseln

Verhaegen betont, dass Maßnahmen genommen werden müssten und weist auf den Wathelet-Plan hin, der vom scheidenden Staatssekretär eingeführt wurde und der unter anderem die Schaffung einer "strategischen Reserve" beinhaltet.

Konkret bedeutet das, dass ein bestimmtes Stromvolumen - Verhaegen spricht von 800 Megawatt - bereit stehen muss, das im Falle drohender Vorratsprobleme eingesetzt werden kann. Elia untersucht derzeit, wo die Reserven auf dem Markt gefunden werden können. Anfang Juli werde man darüber mehr Klarheit haben.

Eine andere Maßnahme, die Verhaegen anspricht, ist die Bitte an Unternehmen, den Verbrauch in bestimmten Momenten, zum Beispiel zu Hauptzeiten, zu drosseln.

Wird das jedoch ausreichen, um Black-outs zu vermeiden? Es sei noch zu früh, um eine Antwort darauf zu geben. Es stehe jedoch fest, dass der Winter nicht leicht werde. "Wir suchen jedoch nach zusätzlicher Kapazität, um sicher durch den Winter zu kommen.", antwortet die zuständige Presseverantwortliche noch.

Verhaegen schließt nicht aus, dass die Strompreise steigen werden.