Schuldspruch für Chinesen, der Fußballer bestach

Die Strafkammer von Brüssel hat am Freitag befunden, dass sich der chinesische Geschäftsmann Zehyun Ye und die ehemaligen Trainer von Lierse, Paul Put und Patrick Deman, im Rahmen des Betrugsverfahrens im belgischen Fußball zwischen 2004 und 2006 der aktiven Korruption schuldig gemacht hätten.

Put, Deman und die Lierse-Spieler Laurent Delorge, Laurent Fassotte, Igor Nikolovski, Yves Van Der Straeten, Marius Mitu, Cliff Mardulier, Hasan Kacic und Ninoslv Milenkovic haben sich wiederum der passiven Korruption schuldig gemacht, indem sie das ihnen angebotene Geld annahmen.

Zheyun Ye wird beschuldigt, Fußballern Geld gegeben zu haben, um schlecht zu spielen. 32 Angeklagte stehen in diesem Fall vor Gericht. Vor knapp zehn Jahren hatte der Chinese Spieler und Trainer der ersten Liga bestochen.

Von den 32 Angeklagten sind am Freitag nur 3 vor Gericht erschienen. Einge von ihnen haben sich während des gesamten Prozesses nicht blicken lassen.

Für Zehyun Ye, der 2004, 2005 und 2006 verschiedene Menschen bestochen haben soll, um die Spiele zu manipulieren, hat die Anklage sechs Jahre gefordert, für die anderen Angeklagten, vor allem Spieler und Vorstandsmitglieder von Lierse, eine Strafe von bis zu 24 Monaten. Die Angeklagten verlangen, dass sie höchstens eine symbolische Strafe bekommen, weil die Taten bereits knapp zehn Jahre zurückliegen.

Dass die Spieler hinterher auf dem Feld dann doch ihr bestes gegeben hätten, um besagte Spiele zu gewinnen, mache dabei keinen Unterschied, so das Gericht. Um von Korruption zu sprechen reiche es aus, dass Geld angeboten und angenommen worden sei. Laut Gericht ist aber nicht bewiesen, dass die Direktion des SK Lierse darüber informiert gewesen sei und ihr Einverständnis gegeben habe.

Genauso wenig spiele eine Rolle, dass die Spieler Put bedroht haben sollen, da die Bedrohung statt fand nachdem bereits einige korrupte Spiele gespielt waren.

Nicht alle Spieler hätten sich übrigens bei jedem Spiel der Korruption schuldig gemacht. Einige Spieler sind deshalb für bestimmte Spiele frei gesprochen worden.