Kollwitz-Replik aus Vladslo reist nach Rshew

Eine Replik der zweiteiligen Skulptur „Trauerndes Elternpaar“ von Käthe Kollwitz (Foto) geht Mitte kommender Woche von Vladslo bei Diksmuide in Westflandern aus auf eine Reise nach Russland, zum Friedenspark Rshew. Diese Reise soll eine symbolische Brücke zwischen den Schrecken des Ersten und des Zweiten Weltkriegs schlagen.

Am Mittwoch, den 18. Juni, geben die Stadt Diksmuide und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge das offizielle Startzeichen für den Transport der Repliken des „Trauernden Elternpaares“ von Käthe Kollwitz von Belgien nach Russland. Die Herstellung der Repliken und der Transport sind Teil der Gedenkfeierlichkeiten zum 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges und werden vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge finanziert und organisiert.

Die Originale des Kunstwerkes „Trauerndes Elternpaar“ stehen auf den deutschen Soldatenfriedhof in Vladslo bei Diksmuide am Grab des Sohnes von Käthe Kollwitz, Peter, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist. Sein Tod hatte sie zu diesem Werk inspiriert.

Es bringt nicht nur die Trauer um ihren eigenen Sohn, sondern auch die Trauer aller Eltern über ihre gefallenen Söhne zum Ausdruck. Die Repliken der beiden Figuren sollen am 20. September 2014 in Russland im Friedenspark Rshew zwischen der deutschen und russischen Kriegsgräberstätte des Zweiten Weltkriegs ihren Platz finden. Auf diesem Friedhof liegt der Enkel von Käthe Kollwitz, ebenfalls Peter, beerdigt, der im Zweiten Weltkrieg gefallen war.

Durch den Transport der Repliken von Belgien über Deutschland nach Russland soll eine Verbindung zwischen dem Ausbruch des Ersten und den Schrecken des Zweiten Weltkrieges hergestellt werden, wobei das Beispiel der Familie Kollwitz stellvertretend für das Leid unzähliger Familien aller Nationen steht. Aber es soll auch eine Brücke geschlagen werden zur europäischen Einigung und ihrer Erweiterung nach Osten. Gleichzeitig soll auf die Notwendigkeit der Vertiefung der Beziehungen zu den Staaten Osteuropas und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion verwiesen werden.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat die Repliken des „Trauernden Elternpaares“ in Brüssel herstellen lassen. Von dort sollen sie nach Vladslo transportiert und am 18. Juni im Rahmen einer Gedenkveranstaltung in Anwesenheit der Familie Kollwitz, des Präsidenten des Volkbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Markus Meckel, des scheidenden Vizeministerpräsidenten und Ministers für Inlandsangelegenheiten und Tourismus des belgischen Bundeslandes Flandern, Geert Bourgeois, sowie Vertretern der deutschen und russischen Botschaften offiziell auf die Reise nach Russland geschickt werden.