Nach Anschlag: Jüd. Museum wird Zivilkläger

Das Jüdische Museum in Brüssel nimmt als Zivilkläger am Verfahren gegen den Tatverdächtigen des Anschlags von Ende Mai teil. Ein Anwalt soll die Interessen der Opfer und der Einrichtung vertreten, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga meldete. Belgien hat gegen den in Frankreich in Untersuchungshaft einsitzenden Verdächtigen einen Auslieferungsantrag gestellt.

Bei dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel am 24. Mai waren ein israelisches Touristenpaar und eine Französin getötet worden, ein belgischer Angestellter erlag Anfang Juni seinen schweren Verletzungen. Der mutmaßliche Täter war einige Tage später in Marseille bei einer Drogenkontrolle in einem aus Amsterdam und Brüssel kommenden Fernreisebus aufgefallen und festgenommen worden.

Eine im Gepäck des festgenommenen Mannes aus Nordfrankreich entdeckte Maschinenpistole des Typs Kalaschnikow war in die Flagge der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) eingehüllt gewesen. Zudem fanden Zoll und Polizei im Gepäck des Verdächtigen auch einen Revolver und große Mengen an Munition sowie eine Digitalkamera, auf der ein Film über den Anschlag zu sehen war.

Über die Auslieferung des 29jährigen aus Frankreich nach Belgien soll Ende Juni entschieden werden. Der Verdächtige selbst will juristisch gegen seine Auslieferung vorgehen, obschon er zunächst die Tat zugegeben haben soll und bei Verhören andeutete, man könne ihn ruhig an die belgische Justiz überstellen.