Die Roten Teufel begeistern das ganze Land

Die belgische Fußball-Nationalmannschaft hat sich mit ihrem knappen 1:0-Sîeg über Russland am Sonntagabend das Weiterkommen in die nächste Runde gesichert und damit im ganzen Land für eine weitere Stufe der Euphorie gesorgt. Doch in der nächsten Runde warten ganz andere Kaliber als Gegner!

Kurz vor 20 Uhr am Sonntagabend stand ganz Belgien Kopf. Mit ihrem äußerst knappen 1:0-Sieg gegen Russland durch das Tor des erst 19 Jahre alten Divock Origi sicherten sich die Roten Teufel erst in der Schlussphase der Partie das Weiterkommen in die nächste Runde.

Vorher herrschte eher eine gespannte Ruhe, denn eine Glanzleistung war die zweite Partie der Belgier in der Gruppe H nicht unbedingt. Zehntausende Fand hatten sich auf Plätzen und in Stadien das Spiel auf Großbildschirmen angesehen und Millionen saßen zu Hause oder in Kneipen vor den TV-Geräten.

Alleine in Sint-Truiden in der Provinz Limburg, auf dem größten Marktplatz Flanderns, hatten sich rund 50.000 Menschen versammelt, um gemeinsam mit dem legendären belgischen National- und Ex-Bayern-Keeper Jean-Marie Pfaff das Spiel zu genießen.

Dort, wo es keine Veranstaltungen gab, war nichts los. Die Innenstädte waren wie leergefegt. In Brüssel konnte man getrost auf dem Innenstadtring radeln oder skaten - kaum ein Auto hätte dabei gestört.

Die Ausgehviertel der Städte waren ruhig, bis auf die Lokale, in denen das Spiel gezeigt wurde. Selbst die Versuche, eine neue belgische Bundesregierung zu bilden, mussten weichen, denn auch die politische Kaste in Belgien saß größtenteils vor dem Fernseher.

Danach aber, spätestens nach dem erlösenden Tor von Divock Origi in der 88. Spielminute war der Bann gebrochen.

Es wurde bis spät in die Nacht hinein gefeiert, Autokorsos durchkreuzten selbst Dörfer und Kleinstädte mit lautem Gehupe und am Morgen saßen in den Pendlerzügen so manche Arbeitnehmer mit kleinen müden Augen, die trotzdem glücklich zur Arbeit fuhren…