Mittelstand: Stets weniger Einzelhändler in Belgien

Nach Statistiken des Wirtschafts-Studienbüros Graydon geht die Zahl der selbständigen Einzelhändler in Belgien Jahr für Jahr weiter zurück. Seit dem Jahr 2000 sank z.B. die Zahl der Metzgereien in unserem Land um 36 %. Als Grund dafür macht Graydon unter anderem das veränderte Kaufverhalten der Kundschaft aus.
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Die Verbraucher haben ihr Kauf- und Konsumverhalten deutlich geändert, meldet die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd aufgrund der Erhebungen des Studienbüros Graydon bezüglich des Rückgangs der selbständigen Einzelhändler in Belgien. Viele Verbraucher zieht es heute in die Supermärkte, die mittlerweile mit ihren Frischabteilungen das Angebot der Einzelhändler übernommen haben und viele kaufen auch ganz einfach online ein.

Seit dem Jahr 2000, so Graydon, ging die Zahl der Metzgereien in Belgien um 36 % zurück und die Kunden finden seitdem rund 30 % weniger Fischgeschäfte. Auch Zeitungsläden (-30 %), Bäckereien (-23%) oder selbständige Lebensmittelhändler (-19,5 %) spüren das veränderte Kaufverhalten der Kundschaft.

Buchhändler sind fast so stark betroffen, wie Metzgereien und auch die Bekleidungsindustrie muss auf den Einzelhandel mehr und mehr verzichten. Die Zahl der selbständigen Boutiquen ging seit 2000 um 7 % zurück und die der Schuhläden um 20 %. Das liegt auch daran, dass die Kleidungsmarken selbst Markenläden eröffnen und deren Zahl nimmt auch in den belgischen Shoppingmeilen zusehends zu.

Ein weiterer Grund für den Rückgang der selbständigen Einzelhandelsunternehmen liegt auch am Mangel an Nachwuchs. Stets weniger Söhne oder Töchter wollen den elterlichen Betrieb übernehmen und die „Jugend von heute“ hat andere Zukunftsvorstellungen, als die einer Ausbildung als Bäcker, Metzger oder Fachverkäufer vor Augen.