"Diese Geschichte ist noch nicht zu Ende"

Bart De Wever (Foto), der Vorsitzende der flämischen Nationaldemokraten N-VA, ist nach wie vor der Ansicht, dass es ihm und seiner Partei gelingen könnte, eine Mitte-Rechts-Regierung auf die Beine zu stellen. Doch im Rahmen einer kurzen Pressekonferenz am Mittwochnachmittag gab er an: „Ich konnte nicht anders, als um meine Entlassung als Informator bitten.“

Bart De Wever glaubt noch fest daran, dass er und seine Partei ihren Platz in einer noch zu bildenden belgischen Bundesregierung haben, wie er am frühen Mittwochnachmittag im Foyer des Senats gegenüber der versammelten Presse sagte: „Die Politik ist sehr oft ein schlechtes Theaterstück, in dem glücklicherweise gut gespielt wird. Doch an manchen Tagen wird uns selbst das nicht gegönnt. Und gestern war so ein Tag.“

Seine Verhandlungsnote, die die CDH als einziger Gesprächspartner am Dienstag abgelehnt hatte, so De Wever, sei eine gute Grundlage für die Bildung einer Koalition gewesen. Er habe danach aber keinen anderen Weg gesehen, als gegenüber dem König um seine Entlassung als Informator zu bitten: „Ich bin sicher, dass diesem Projekt bei einer Abstimmung im Parlament zugestimmt worden wäre, wenn man sich den Inhalt genau anschaut.“

De Wever machte deutlich, dass er und seine Partei weiter zur Verfügung stünden, um eine Regierung zu bilden, die mache, was nötig sei. „Die N-VA bleibt nun einmal die größte Partei des Landes“, so De Wever abschließend mit Nachdruck.

"Wenn man einem nicht vertraut, muss man es ihm sagen"

Flanderns scheidender Landesinnenminister Geert Bourgeois (N-VA - kleines Foto) bedauert die Zurückweisung der Verhandlungsnote seines Parteivorsitzenden Bart De Wever durch die frankophone Zentrumspartei CDH: „Wenn man Menschen nicht vertrauen kann, wenn man ein Problem hat, dann sollte man das am besten sofort sagen.“

Bourgeois versteht auch nicht, warum die CDH nach drei Wochen Gesprächen behauptet, dass die N-VA ein Wolf im Schafsfell sein soll: „Das bedauere ich besonders. Zumal diese Partei behauptet, humanistisch zu sein.“ Es sei bedauerlich, so etwas zu behaupten, nur um einen Grund anzuführen, von dem jeder danach sagen wird, dass er an den Haaren herbeigeführt worden ist, so Bourgeois zur Haltung der frankophonen Zentrums-Humanisten CDH.