Investitionen in Belgien bringen kaum Jobs mit sich

Im vergangenen Jahr konnte Belgien den fünften Rang in der Liste der anziehungskräftigsten europäischen Investitionsländer behaupten. Das belgische Bundesland Flandern zog 2013 sogar die meisten ausländischen Investitionen an. Doch konnten damit vergleichsweise nur wenig neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

In diesem Bereich liegt Belgien nach Berechnungen des Unternehmensberaters EY sogar weit hinten im europäischen Durchschnitt. EY stellt in seinem aktuellen „Attraktivitäts-Barometer“ fest, dass sich Europa von der Krise erholen konnte und wieder zum „starken alten Kontinent“ werde.

Für 2013 zählte EY in Europa eine Rekordzahl von 3.955 direkten ausländischen Investitionen, was einer Steigerung von 4 % im Vergleich zu 2012 entspricht. In Belgien nahm diese Zahl im gleichen Umfang zu, denn hier konnten 175 direkte Investitionen registriert werden. Damit liegt unser Land hinter Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Spanien auf Platz 5.

Innerhalb Belgiens schnitt das Bundesland Flandern mit 110 direkten Investitionen aus dem Ausland am besten ab. 2012 hatten 80 ausländische Internehmen direkt in Flandern investiert. 36 entsprechende Vorgänge meldet Wallonien und 29 die Region Brüssel-Hauptstadt. Die meisten dieser Investitionen kommen aus den USA oder aus den Nachbarländern Belgiens.

Kaum neue Arbeitsplätze

Belgien schafft es derzeit noch nicht, auch Investoren aus den Wachstumsländern der BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China anzuziehen. Ein weiterer schmerzlicher Punkt ist, wie die flämische Tageszeitung De Standaard dazu meldet, dass sich die eigentlich positiv hohe Zahl an Auslandsinvestitionen nicht auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Jedes neue Projekt in Belgien bringt mehr oder weniger 20 neue Arbeitsplätze in Belgien. Der europäische Durchschnitt allerdings liegt bei rund 42 neuen Jobs pro Investition.

Das mag seinen Grund haben. Nach Ansicht von EY hat dies mit dem „Handicap der hohen Lohn- und Gehalts(neben)kosten in Belgien zu tun. Laut EY empfinden zwei von drei in Belgien ansässigen ausländischen Unternehmen dieses Lohnhandicap als ein großes Problem. Daneben ist auch der hohe Steuerdruck (auch auf Arbeit) in unserem Land ein Hemmnis, um hier im Zuge von Investitionen auch noch neue Stellen zu schaffen.