Lotsenstreik: Flugreisende übernachteten am Airport

Rund 100 Flugreisende haben durch die beiden Warnstreiks der belgischen Fluglotsen die Nacht im Brüsseler Nationalflughafen von Zaventem verbracht. Noch bis in die Morgenstunden waren Verspätungen die Folge der Streiks. Auch in Charleroi blieben Maschinen am Boden. Unklar ist, ob die Streiks weitergehen.

Nach Angaben eines Flughafensprechers in Zaventem waren die in der Nacht am Brussels Airport gestrandeten Flugreisenden mit Catering versorgt worden und die Flughafengesellschaft stellte Feldbetten zur Verfügung.

Die Betroffenen wollten in der Nacht oder am frühen Morgen von Zaventem aus in den Urlaub fliegen, was jedoch am zweiten zweistündigen Streikblock zwischen 2 und 4 Uhr in der Frühe scheiterte.

Etwa 10 Flüge mussten gestrichen werden und rund die Hälfte aller Flüge von und ab Zaventem hatten teils empfindliche Verspätungen. Die Streiks der belgischen Fluglotsen waren auch am Charterflughafen von Charleroi (Hennegau) zu spüren, wo ebenfalls einige Maschinen mit Verspätung starteten oder landeten.

Betroffen von dem Streik waren auch hochrangige Vertreter der Europäischen Union, die bereits in der Nacht nach Brüssel anreisen wollten. Die meisten von ihnen landeten außerplanmäßig in Paris, von wo aus sie mit Thalys-Zügen zum EU-Gipfel, der am Donnerstagabend in Ypern mit einer Gedenkfeier zum 100. Jahrestag des Ersten Weltkriegs beginnt und am Freitag in Brüssel mit politischen Gesprächen fortgesetzt wird.

Die Fluglotsen sind sauer

Die Fluglotsen sind mit geplanten Einsparungen im Luftfahrtwesen in Belgien nicht einverstanden und fordern weiter eine Absicherung der bestehenden Vorruhestandsregelungen ab 60 Jahre. Gespräche mit ihrem Arbeitgeber, der staatlichen Flugsicherungsbehörde Belgocontrol, waren am Mittwoch gescheitert. Ob es zu weiteren Arbeitsniederlegungen in Form von zweistündigen Streikblocks kommt, bleibt abzuwarten. Für Donnerstag sind weitere Verhandlungen anberaumt.