Nemmouche in Kassation gegen seine Auslieferung

Mehdi Nemmouche, der mutmaßliche Täter des blutigen Anschlags auf das Jüdische Museum in Brüssel, kann an Belgien ausgeliefert werden. Doch der Anwalt des Verdächtigen geht gegen ein entsprechendes Berufungsurteil aus Versailles in Kassation.

Am Donnerstagmorgen urteilte ein französischer Richter am Berufungsgericht von Versailles, dass Mehdi Nemmouche, der mutmaßliche Attentäter von Brüssel, an Belgien ausgeliefert werden darf. Dieses Urteil war eigentlich keine Überraschung, auch, weil Belgien und Frankreich auf juristischer Ebene eng zusammenarbeiten. Die Frage lautete jetzt, wie die Verteidigung von Mehdi Nemmouche mit diesem Berufungsurteil umgeht.

Die Antwort kam prompt, denn Nemmouches Anwalt kündigte sofort an, gegen dieses Berufungsurteil in Kassation zu gehen. Das bedeutet, dass sich die Auslieferung des Attentäters von Brüssel noch einige Zeit hinziehen kann. Der Kassationshof in Frankreich hat nach französischem Recht jetzt 40 Tage lang Zeit, auf den Kassationsantrag Nemmouches einzugehen.

Der Franko-Algerier Mehdi Nemmouche steht im dringenden Verdacht, bei einem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel am 24. Mai drei Menschen - ein israelisches Touristenehepaar und eine französische ehrenamtliche Mitarbeiterin der Einrichtung - getötet und einen jungen Mann aus Belgien mit Schüssen schwer verletzt zu haben. Letzterer erlag seinen schweren Verletzungen nach rund einer Woche in einem Brüsseler Krankenhaus.

Nemmouches Anwalt will mit seinem Kassationsantrag auch vermeiden, dass sein Mandant von Belgien später an Israel ausgeliefert werden kann, weil zwei der vier beiom Anschlag Getöteten israelische Staatsbürger sind. Nemmouche verlangt Garantien dafür, dass dies nicht der Fall sein wird.

Nemmouche wurde einige Tage nach dem Attentat von französischen Polizisten und Zollbeamten bei einer Routinekontrolle eines Fernbusses mit den mutmaßlichen Tatwaffen in Gepäck verhaftet.