Bahnchef Cornu reagiert scharf auf den Bahnstreik

Belgiens Bahnchef Jo Cornu (Foto) hat ungewöhnlich scharf auf die Streikankündigung der sozialistischen Gewerkschaft für den kommenden Montag reagiert. Die Gewerkschaft kritisiert die Personalpolitik der NMBS/SNCB, doch Cornu zeigt kein Verständnis für die Situation.

Die sozialistische Gewerkschaft will den Zugverkehr von Sonntagabend, 22 Uhr, bis Montagabend, für 24 Stunden lahmlegen, bzw. empfindlich stören. Die Gewerkschaft protestiert gegen die derzeitige Personalpolitik der Bahn, denn diese resultiere in hohem Arbeitsdruck und akutem Personalmangel. Allerdings wird dieses Thema gerade mit der Bahn besprochen.

Bahnchef Jo Cornu hat ungewöhnlich scharf auf diesen Streik reagiert. In mehreren belgischen Tageszeitungen sprach er davon, dass die Gewerkschaften ihr eigenes Unternehmen sabotieren würden. Er zeigte kein Verständnis dafür, dass die sozialistische Gewerkschaft gerade jetzt, zu Ferienbeginn, streike.

Belgiens scheidender Minister für die Staatsunternehmen Jean-Pascal Labille (PS) sagte, dass man weiterverhandeln würde, um den Streik noch vermeiden zu können. Bei der Bahn bleibt man ebenfalls gesprächsbereit, wie aus der Personalabteilung der NMBS/SNCB, HR Rail, verlautete.

Die liberale Gewerkschaft VSOA Spoor beteiligt sich am Montag nicht an dem Streik und gibt an, auf der Basis dessen, was bisher besprochen sei, weiter verhandeln zu wollen. Am späten Freitagvormittag teilte auch die christliche Bahnarbeitergewerkschaft ACV-Transcom offiziell mit, sich nicht an der Arbeitsniederlegung beteiligen zu wollen.

Inzwischen deutet sich an, dass - entgegen von vorherigen Aussagen von Seiten der sozialistischen Gewerkschaft - auch die internationalen Züge Thalys, Eurostar und ICE von dem Streik am Montag betroffen sein können. Diese Gesellschaften raten ihren Kunden ihre Reisen vorzuverlegen oder auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.