Die Studenten von heute wollen länger arbeiten

Die heutige Generation der Studenten im belgischen Bundesland Flandern drängt mit viel Energie auf den Arbeitsmarkt und hat keine Angst davor, länger zu arbeiten, als ihre Eltern. Doch so ganz wollen sich die zukünftigen Arbeitnehmer ihren Chefs nicht ausliefern. Sie verlangen schon Gegenleistungen, wie eine Umfrage unter 500 Studenten in Flandern ergab.

Das flämische Umfrageinstitut Trendhuis befragte gemeinsam mit dem European Social Fonds 500 Studenten aus Flandern über ihre Sicht auf die (berufliche) Zukunft. Dabei fand Trendhuis heraus, dass die Studenten von heute sehnlichst darauf Warten, ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt einzunehmen. Derweil geht der durchschnittliche belgische Arbeitnehmer derzeit gebückt von Stress und von der Aussicht, länger arbeiten zu müssen, weil die Einschläge der Diskussionen auf eine Verlängerung der beruflichen Laufbahn vor der Rente immer näher kommen…

Die Studenten aber zeigen sich ambitioniert und gehen mit offenen Visier ihrer Zukunft entgegen. Die Gratiszeitung für die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel in Belgien, Metro, meldet auf Basis der Trendhuis-Umfrage, 84 % von ihnen würden davon ausgehen, dass ihnen ihre zukünftigen Vorgesetzten von Anfang an ausreichend Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Drei Viertel der (Noch)Studierenden will sofort Verantwortung übernehmen. Laut Trendhuis sind die jungen Leute von heute mit entsprechender Ausbildung von ihren Fähigkeiten durchaus überzeugt.

Sie gehen mit Computern so schnell um, wie keine Generation vor ihnen und gehen davon aus, dass Erfahrung kein Kriterium für Bewerbungen und Anstellungen sein müsse, so Trendhuis. Auf der anderen Seite bieten sie ihren zukünftigen Arbeitgebern aber auch die von ihnen so dringlichst gewünschte Flexibilität. Dies aber nicht zu jedem Preis.

Zwar ist rund die Hälfte der Befragten damit einverstanden, am Wochenende zuarbeiten und jeder Dritte würde zur Not auch während dem Urlaub stand-by sein. Doch alle Zugeständnisse sollten schon kompensiert werden und zwar eher in Form von Zeit, als in Form von Geld! Die Vollgas-Energie der jungen Generationen sorgt eben auch für rascher leere Batterien. Also fordern die Studenten noch vor ihrem „Amtsantritt“ ausreichend Pausen und Unterbrechungen in ihrer Laufbahn. Das ist ihre Bedingung, um andererseits alles zu geben.