Historisch aber mühsam - WM-Sieg der Roten Teufel

Die Roten Teufel haben das letzte Spiel in der Gruppe H am Donnerstagabend gegen Südkorea mit 0:1 gewonnen und ziehen damit mit der vollen Ausbeute von 9 Punkten als Gruppensieger ins Achtelfinale der Fußball-WM in Brasilien ein. Dieser Sieg ist historisch, denn noch nie gewann eine belgische Nationalmannschaft alle drei Vorrungenspiele bei einer Weltmeisterschaft.

Noch nie hat eine belgische Nationalmannschaft alle drei Vorrundenspiele bei einer WM gewonnen und damit ist das Minimalziel von Nationaltrainer Marc Wilmots, mindestens eine Runde weiter zu kommen, mehr als erreicht. Und doch wäre noch mehr drin gewesen, den schon wieder entfalteten die Roten Teufel nicht alle Talente, die sie eigentlich an Bord haben.

Wilmots ging mit einer Mannschaft an den Abstoß, die gleich auf sieben Positionen verändert war. Er trat ohne Hazard und ohne Origi in der Startelf an und auf Kompany, der weiter an seiner Leistenverletzung laboriert, war ohnehin nicht aufgestellt. Aber, er ließ den Anderlechter Verteidiger Anthony Vandenborre seine erste WM-Partie spielen und setzte auch den Defensivspieler von Zenith St. Petersburg, Nicolas Lombaerts ein. Vor allem Vandenborre wusste zu überzeugen.

Zunächst tasteten sich die beiden Kontrahenten ab und erst in der 23. Spielminute kam Dries Mertene zu einem ersten nennenswerten Angriff, doch er scheiterte am Abschluss. Kurz danach zeigten sich auch die Südkoreaner zum ersten Mal, scheiterten aber ebenfalls in letzter Instanz. Die Partie plätscherte so vor sich hin, bis zur 44. Minute. Steven Defour verlor bei einem Zweikampf die Fassung und trat seinem Gegenspieler auf den Unterschenkel. Der Schiedsrichter konnte nicht anders, als Rot zeigen.

Die 2. Halbzeit mussten die Belgier also zu Zehnt überstehen und nach knapp einer gespielten Stunde nahm Coach Wilmots Mertens für Origi raus und für Januzaj kam Chadli. Origi versuchte per Direkt Zeichen zu setzen und es kam zu mehr Angriffen - auf beiden Seiten. Zählbares kam aber zunächst nicht dabei herum. Die Südkoreaner kamen nie so richtig ins Spiel und der Leverkusener Son, der als gefährlichster Gegner galt, hatte wohl nicht seinen Tag. Er wurde denn auch ausgewechselt. Wie auch bei seinen Mannschaftskollegen scheiterte jedes Bemühen bereits im belgischen 16 Meterraum.

Mittlerweile verlangsamte das belgische Spiel. Bis auf den quirligen Origi, der ein tolles Spiel zeigte und die allzeit anspielbaren Vandenborre und Fellaini kam zeitweise nicht viel und schon gar nichts Zwingendes. Die Erlösung brachte Jan Vertongen in der 78. Spielminute, als er einen Ball, den Origi auf den Keeper drosch im Rebound abstauben konnte und die Entscheidung fällte. Kurz vor dem Abpfiff wechselte Wilmots noch Hazard ein, der aber nichts mehr am Ergebnis ändern konnte, wie auch die Südkoreaner, die in den 4 Minuten Nachspielzeit noch einmal zum Angriff geblasen hatten.

Amerika

Der Gegner der Roten Teufel im Achtelfinale werden am kommenden Dienstag (22 Uhr hiesige Zeit) im heißen Salvador de Bahia die USA sein. Die Truppe von Ex-Bundestrainer Klinsmann verlor am Donnerstag mit 1:0 gegen Deutschland. Belgien ist mit 9 Punkten Gruppensieger in der Gruppe H. Auch Algerien kommt als Gruppenzweiter nach dem 1:1 gegen Russland weiter. Die Russen (2 Punkte) und Südkorea (1 Punkt) scheiden aus. Die Roten Teufel haben übrigens alle vier WM-Tore immer erst nach der 70. Spielminute erzielt.