Strafe von BNP Paribas hat Folgen für Belgien

Die französische Bank BNP Paribas hat Fehler gemacht und wird deshalb eine hohe Strafe in den Vereinigten Staaten zahlen müssen. Der Bankchef gibt die Fehler in einem Schreiben an die Belegschaft auch zu. Indirekt hat das Folgen für Belgien, denn Belgien ist - seit dem Verkauf von Fortis an BNP Paribas - der größte Anteilseigner der Bank.
AP2009

BNP Paribas ist eine französische Großbank, die in vielen Ländern in der ganzen Welt aktiv ist und also auch in den Vereinigten Staaten. In den Vereinigten Staaten laufen schon seit längerem Ermittlungen gegen die Bank, weil BNP Paribas jahrelang Transaktionen mit Ländern wie Kuba, dem Iran und Syrien durchführte. Das sind alles Länder, für die in den USA ein strenges Handelsverbot gilt. Die Buße wäre Teil eines Vergleichs. Die USA werfen BNP Paribas vor, Strafmaßnahmen vor allem gegen den Sudan, aber auch gegen den Iran und Kuba umgangen zu haben.

Am morgigen Montag wird die Strafzahlung für BNP Paribas bekanntgegeben. BNP Paribas rechnet nach den Worten ihres Chefs Jean-Laurent Bonnafe mit hohen Strafen. Diese könnten bis zu knapp 9 Milliarden Dollar betragen. Das ist um einiges höher als der Jahresgewinn der gesamten BNP Paribas-Gruppe.

Der Bankchef hat in dem Schreiben auch schon wissen lassen, dass die Bank am morgigen Montag ihre Schuld eingestehen wolle, um die Unsicherheit, die das Image der Bank nun schon seit Wochen schädige, zu beenden.

Das Bußgeld hat auch für Belgien Auswirkungen, denn Belgien besitzt seit der Bankenkrise rund 10% der Aktien von BNP Paribas. Finanzminister Koen Geens will die Aktien schon seit längerem abstoßen, aber wenn der Kurs wegen dem Bußgeld einbricht, wird das schwierig. Außerdem besteht die Gefahr, dass BNP Paribas ihre Dividende streicht, wodurch Belgien dann auch noch diese Einkünfte entgingen.