Verdächtiger von Anschlag in Berufung gegen Auslieferung

Der Verdächtige des Anschlags auf das jüdische Museum in Brüssel, Mehdi Nemmouche, ist gegen seinen Auslieferungsbescheid nach Belgien in Berufung gegangen. Das hat sein Anwalt Apolin Pepiezep am Samstag bekannt gegeben.

Nemmouche war vor einem Monat im französischen Marseille verhaftet worden. Bei dem Franzosen algerischer Herkunft hatte man die Waffen gefunden, mit denen im jüdischen Museum 4 Menschen erschossen wurden.

Das Berufungsgericht im französischen Versailles hatte am vergangenen Donnerstag geurteilt, dass er ausgeliefert werden dürfe. Man werde das Urteil anfechten und beweisen, dass das Auslieferungs-Urteil gegen geltendes Recht verstoße, so der Anwalt von Nemmouche. Er hat 15 Tage Zeit für die Begründung des Einspruchs. Die französische Justiz muss dann innerhalb von 40 Tagen zu einem Urteil kommen.

Nemmouche hatte Garantien verlangt, dass er nach der Auslieferung nach Belgien in kein drittes Land ausgeliefert werde. Diese Garantie habe man ihm verweigert, erklärt der Anwalt noch. Nemmouche befürchtet nämlich, dass die belgische Justiz ihn an Israel weiter ausliefert, da zwei der Opfer israelische Staatsbürger waren.

Aufgrund der Berufung wird sich die Auslieferung verzögern.