Rekordbuße für BNP Paribas trifft auch Belgien

Die französische Großbank BNP Paribas muss wegen Verstößen gegen die amerikanische Sanktionspolitik gegenüber gleich mehreren Staaten ein Bußgeld in Höhe von rund 6,5 Mia. € zahlen. Davon ist der belgische Staat als wichtiger Anteilseigner direkt betroffen.

Die US-Filiale der französischen Großbank BNP Paribas hatte amerikanischen Unternehmen dabei geholfen, rund 30 Mia. Dollar aus Ländern wie Iran, Sudan oder Kuba in die USA zu schleusen und entsprechende Spuren verwischt. Daneben soll die Bank den Behörden dieser Länder Zugang zum US-Finanzmarkt geboten haben. Gegen diese Länder hatten die US-Behörden aber ein umfassendes Handelsverbot erlassen.

Jetzt verurteilten die USA BNP Paribas den Erwartungen entsprechend zu einem Bußgeld in Höhe von rund 6,5 Mia. €, was im Vergleich mehr ist, als der Gesamtgewinn des Finanzinstituts aus dem vergangenen Jahr. Dieses Bußgeld ist die höchste Strafe, die die US-Behörden jemals gegen eine Bank verhängt haben.

Diese Strafe kann auch Belgien empfindlich treffen, denn der belgische Staat ist seit der Rettung der BNP Paribas-Vorgängerbank Fortis im Zuge der Finanz- und Eurokrise im Jahr 2008 Hauptaktionär und hält 10 % der Anteile. Das bedeutet, dass der belgische Staatshaushalt auf erhebliche Dividenden von Seiten dieser Bank verzichten muss. Letztes Jahr betrug diese Dividende noch rund 190 Mio. €. Dieses und nächstes Jahr fällt sie entsprechend kleiner aus oder sie fällt sogar ganz weg, glauben Beobachter.

Doch keine Auswirkung!?

Herman Daems (Archivfoto), der Vorsitzende der belgischen Filiale BNP Paribas Fortis - Tochterunternehmen von BNP Paribas - ist der Ansicht, dass die US-Strafe keinen Einfluss auf unser Land haben wird, wie er am Dienstagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion angab:

„Ich denke, unsere Pressemitteilung drückt sehr klar aus, dass die Dividende des Jahres 2014 unverändert bleibt. Und wenn die Resultate der Bank so bleiben, wie bisher, dann hat das Ganze glaube ich kleinen Einfluss auf die Dividenden für 2015 und 2016.“