Schaffen es die Roten Teufel ins Viertelfinale?

Am Dienstagabend trifft die belgische Fußball-Nationalmannschaft im Achtelfinale der Weltmeisterschaft in Brasilien auf die USA. Bei einem Sieg im Stadion von Salvador de Bahia würde Belgien zum zweiten Mal in seiner Fußballgeschichte nach 1986 ein Viertelfinale bei einer Weltmeisterschaft erreichen. Doch noch ist nicht alles in trocknen Tüchern.

Belgien ist fußballmäßig oben auf (großes Foto): Die Roten Teufel gewannen ihre drei Vorrundenspiele gegen Algerien, Russland und Südkorea und zogen mit der vollen Punkteausbeute ins Achtelfinale ein. Doch das ist jetzt alles Makulatur, denn in jeder weiteren Runde bei einer WM müssen die Karten neu gemischt werden.

Wunder Punkt ist einmal mehr die Verteidigung. Vincent Kompany hat noch immer Leistenprobleme und soll nach Ansicht von Nationalcoach Marc Wilmots gegen die USA nur spielen, „wenn er zu 100 % fit ist.“ Neben Kompany ist mit Thomas Vermaelen auch ein zweiter Innenverteidiger nicht wirklich einsatzfähig.

Diese Rolle könnte Nicolas Lombaerts erfüllen, der gegen Südkorea ein ansehnliches Spiel zeigte. Nur Daniel Van Buyten scheint gesetzt. „Big Dan“ stand bisher in Brasilien stets abgeklärt und ruhig seinen Posten.

Im Angriff könnte Marc Wilmots auf gleich zwei Stürmer setzen, die allerdings bei dieser Weltmeisterschaft noch nicht ihre ganze Klasse gezeigt haben: Eden Hazard und Romelu Lukaku. Die beiden jedoch haben sich von Jungstar Divock Origi den Schneid abnehmen lassen…

Zwar gelten die Belgier gegen die USA als Favorit, doch auch laut VRT-Fußballkorrespondent Peter Vandenbrempt, der aus Brasilien das Spiel der Roten Teufel kommentiert, ist hier nicht alles Gold, was glänzt: „Applaus nach der Gruppenphase, doch Qualitätsfußball unserer Talente haben wir noch nicht zu sehen bekommen. Internationale Beobachter reagieren bis jetzt enttäuscht. Stellt Euch vor, Belgien scheidet gegen die USA aus. Dann ist diese WM für sie misslungen.“

Divock Origi hatte übrigens eine einfache Antwort auf die Kritik zu Hause in Belgien und an der Front in Brasilien, nach der die Roten Teufel zwar gewinnen, aber kaum „schön spielen“: „Ich werde lieber Weltmeister und gewinne die Spiele mit 1:0, als spektakulären Fußball zu zeigen und früh nach Hause zu fahren.“ Ganz schön abgeklärt, dieser 19jährige.

"Großer Hazard"

Sein Mannschaftskollege Axel Witsel (Foto) ist hier wohl eher der Ansicht der meisten Beobachter, denn auch er sagte in einem Gespräch mit der Presse, dass ein Ausscheiden im Achtelfinale die WL der Roten Teufel misslingen lassen würde. Witsel erwartet, dass sich die Partie „irgendwo im Mittelfeld“ entscheiden werde und dass man am Dienstagabend DEN Eden Hazard sehen würde, den man sehen wolle:

„Ich bin davon überzeugt, dass wir den großen Hazard zu sehen kriegen. Wir haben in ihn großes Vertrauen. Er kann eigentlich immer für den Unterschied sorgen. Witsel selbst muss vorsichtig aufspielen, denn er hat eine Gelbe Karte auf dem Konto. Bei einem Weiterkommen würde dieser stets anspielbare Mittelfeldspieler schmerzlich fehlen.