Die belgischen Briefträger gehen auf die Straße

Am Mittwochmorgen gingen rund 2.000 Briefträger und Postzusteller vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Brüssel auf die Straße, um dort gegen die Vergabe des Vertrags für die Zustellung von Tageszeitungen und Zeitschriften zu protestieren. Die Briefträger befürchten massive Stellenverluste bei der Post, wenn der Vertrag an ein privatwirtschaftliches Unternehmen vergeben wird.

2016 läuft der Vertrag für die Zustellung von Zeitungen und Magazinen mit der belgischen Post aus. An der Ausschreibung für die Neuvergabe dieses Auftrags haben sich mehrere Unternehmen beim belgischen Wirtschaftsministerium beworben. Die Post, heute Bpost genannt, ist dabei das einzige Unternehmen der öffentlichen Hand.

Gerade das sorgt bei den Briefträgern für Sorgenfalten. Sie befürchten, dass, wenn die Post hier leer ausgeht, bis zu 3.000 Arbeitsplätze bei Bpost verloren gehen und sie sind der Ansicht, dass die Qualität der Arbeit von Seiten der privatwirtschaftlichen Mitbewerber nicht die gleiche sein wird.

Zudem gehen sie davon aus, dass diese Firmen mit Dumpinglöhnen und Scheinselbständigen arbeiten und dass diese somit ein günstigeres Angebot für die Zeitungszustellung vorlegen können. Sie appellierten mit ihrer Demonstration am Mittwoch an das Wirtschaftsministerium in Brüssel darauf zu achten, dass es bei der Vergabe dieses Postens nicht zu sozialer Ausbeute auf der einen und zu massiven Entlassungen auf der anderen Seite kommen wird.

Freier Markt

Die Zustellung von Post und Paketen ist in Belgien seit 2011 liberalisiert und die EU-Kommission fordert, dass auch die Zustellung von Printmedien bis 2016 öffentlich ausgeschrieben werden muss. Für den Auftrag haben sich drei Unternehmen beworben: Bpost, der Werbevertrieb BD und der Pressevertrieb AMP.