Lanxess/Antwerpen: Neue Hightech-Anlage in Betrieb

Die Lanxess AG hat ihre neue Anlage für Polyamid-Kunststoffe im Antwerpener Hafen in Betrieb genommen. Die World-Scale-Anlage für Polyamid-Kunststoffe ist, wie eine Pressemitteilung beschreibt, für eine Jahreskapazität von rund 90 000 Tonnen ausgelegt und stellt ein Investitionsvolumen von 75 Mio. € dar.

Hauptabnehmer für die Leichtbau-Kunststoffe ist die Automobilindustrie. Nach der aktuellen Startphase wird in den kommenden Monaten die Auslastung der Anlage schrittweise gesteigert. Die gesamte Menge der bei Lanxess in Antwerpen hergestellten Kunststoffe wird im weltweiten internen Netzwerk von so genannten „Compoundier-Anlagen“ zu den Endprodukten der Lanxess-Marke Durethan weiterverarbeitet.

Die neue Anlage zur Polymerisation von Hightech-Kunststoffen steht auch in unmittelbarer Nähe zur Caprolactam-Anlage, die der Konzern in Antwerpen betreibt. Caprolactam ist das zentrale Vorprodukt für die spätere Kunststoff-Herstellung. Mit Inbetriebnahme der neuen Polyamid-Anlage wird das Unternehmen einen höheren Anteil von Caprolactam im eigenen Konzern-Netzwerk weiterverarbeiten können.

Nach der Polymerisation werden die Kunststoffe dabei unter anderem mit Glasfasern verstärkt, um deren Eigenschaften weiter zu verbessern und an kundenspezifische Anforderungen anzupassen. Die dazu benötigten Glasfasern werden ebenfalls in einer Lanxess-Anlage in Antwerpen produziert. Die Automobilindustrie ist der größte Kunde für den Lanxess Geschäftsbereich High Performance Materials (HPM).

Verschiedene Lanxess-Standorte in Antwerpen

Der Geschäftsbereich HPM gehört zum Segment Performance Polymers, das im Geschäftsjahr 2013 einen Gesamtumsatz von 4,5 Mia. € erzielte. HPM beschäftigt weltweit rund 1500 Mitarbeiter und betreibt Produktionsstätten in Belgien, Deutschland, China, Indien, USA und Brasilien.

Unlängst schwelte ein schwerer Sozialkonflikt in einem anderen Lanxess-Standort in Antwerpen. In der Gummifabrik in Zwijndrecht konnte ein Sozial- und Tarifkonflikt zwar beigelegt werden, doch die Zukunft dieses Werks steht weiter in den Sternen.