Rote Teufel gewinnen mit 2:1 gegen die USA

Die belgische Fußball-Nationalmannschaft hat sich mit dem 2:1-Zittersieg gegen die USA am frühen Mittwochmorgen zu den besten acht Mannschaften der WM in Brasilien gesellt. Den Sieg gegen Amerika mussten sich die Roten Teufel allerdings in der Verlängerung hart erkämpfen. Doch endlich lieferten sie einmal ein tolles Spiel.

Im Vorfeld des Amerika-Spiels bei der WM in Brasilien hatten viele gefordert, dass die Roten Teufel endlich mal zeigen sollten, was sie wirklich können. Das aus dieser Begegnung aber so ein Krimi werden sollte, war eigentlich nicht geplant.

Nationalcoach Marc Wilmots trat mit Kapitän Vincent Kompany und mit Jungstar Divock Origi in der Startelf an. Origi sorgte sogleich für den ersten Druck, als er USA-Keeper Tim Howard direkt prüfte. Doch der parierte, wie so oft danach schon. Nur kurz danach scheiterte auch der torhungrige Kevin De Bruyne an Howard. Nach und nach kamen aber auch die US-Boys von Jürgen Klinsmann in Fahrt.

Vor allem Matt Besler drohte ständig von der rechten Flanke her. Doch die Defensive der Roten Teufel stand. Nach einer Viertelstunde sorgte Fan auf dem Feld für eine Unterbrechung. Mit einem T-Shirt zur Unterstützung der Favela-Kinder gekleidet, klatschte er einige Kicker ab, bevor er nach geraumer Zeit von FIFA-Ordnern vom Platz gedrängt wurde.

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Nur kurze Zeit später scheiterte Clint Dempsey an Belgien-Keeper Courtois und an Toby Alderweireld. Und Origi und De Bruyne prüften weiter die Fähigkeiten von Howard - ohne Erfolg. Mittlerweile sorgten Vertongen und Hazard für Zuspiele nach vorne und es wurde deutlich, dass die Roten Teufel eine bessere Partie lieferten, als in den drei Vorrundenspielen.

Torschüsse fielen Schlag auf Schlag und auch die Amerikaner machten munter mit. Klinsmann musste Johnson nach Zerrung auswechseln und brachte Deandre Yedlin, der gleich für Gefahr sorgte. Kurz vor dem Pausenpfiff parierte Haward noch einen Direktschuss von De Bruyne. Pausenstand aber war weiter 0:0.

Die zweite Halbzeit

Vor der Pause hatten die Roten Teufel den Amerikanern zunehmend zu viel Raum gelassen, was Wilmots in der Kabine sicher monierte. Sofort nach der Pause versuchte es Dries Mertens, der kleinste Rote Teufel, einmal per Kopfball scheiterte jedoch an der Latte. Wie schon fast gewohnt sorgten Origi und De Bruyne weiter für Arbeit von Howard, der immer wieder eingreifen musste. Irgendwann musste doch mal einer reingehen. Vertongen zeigte sich unterdessen sowohl im Angriff, als auch in der Defensive.

Die Amerikaner wackelten mitunter und zählten auf den unüberwindbaren Tim Howard. US-Angriffe wurden seltener. Klinsmann musste eingreifen und wechselte Zusi gegen Chris Wondolowski ein. Dempsey zog derweil ins Zentrum. Und die Roten Teufel bombardierten weiter Howard.

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Die Nachspielzeit beginnt und der Krimi nimmt seinen Lauf

Zur Nachspielzeit beim Stand von weiter 0:0 wechselte Wilmots Origi gegen Lukaku aus, denn der hatte noch etwas zu beweisen. Gerade auf dem Platz tat er genau das: Angriff, Abspiel auf De Bruyne, kurze Drehung, Schuss und Tor! 1:0 für die Belgier. De Bruyne setzte das lange erwartete Zeichen in der 93. Minute.

Und dann setzte Romelu Lukaku in der 105. Minute noch einen drauf, in dem er selbst zum 2:0 erhöhte. Das Ding schien gelaufen. Doch Klinsmann reagierte und wechselte Alejandro Bedoya gegen den erst 19 Jahre alten Fußball-Amateur Julian Green ein, der sich als Geheimwaffe zeigte. Sofort brachte er Gefahr.

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In den zweiten 15 Minuten der Nachspielzeit wurde es für die Roten Teufel noch einmal so richtig eng. Bradley legte in Minute 107 für den gerade erst eingewechselten Green auf und der knallte eiskalt den Anschlusstreffer zum 2:1 rein. Ging da noch was für die Amerikaner? Jermaine Jones verpasste nur knapp den Ausgleich. Die knapp 650 belgischen Fans im Stadion von Salvador de Bahia rasteten aus und die Uhr tickte genau so, wie das letzte Aufbäumen der Klinsmänner. In der 110. Minute wechselte Wilmots Chadli für Hazard ein.

Die USA setzte alles auf eine Karte und versuchten die Roten Teufel sogar noch mit einem Freistoßtrick aus dem Takt zu bringen. Doch auch die Roten Teufel haben einen fast unbezwingbaren Keeper im Kasten: Courtois war zur Stelle.

Der Abpfiff brachte die Erlösung und ein ganzes Land in Verzückung. Jetzt geht es am kommenden Samstag, 18 Uhr hiesige Zeit, in Brasilia gegen Argentinien. Die Mannschaft um Supestar Lionel Messi setzte sich nach Verlängerungen mit 1:0 gegen die Schweiz durch.