Crombez verurteilt illegale Praktiken von BNP Paribas

Belgiens scheidender Staatssekretär für den Kampf gegen Betrug, John Crombez (SP.A - Foto), hat die illegalen Praktiken der Bank BNP Paribas, an der der belgische Staat 10 % der Anteile besitzt, scharf verurteilt. BNP Paribas soll jahrelang für das Unrechtsregime im Sudan Geschäfte abgewickelt haben.

John Crombez sagte gegenüber der Samstagsausgabe der flämischen Tageszeitung De Morgen, dass die illegalen Geschäfte, die BNP Paribas mit dem Sudan tätigte - übrigens auch während des Völkermords in Darfur - nicht ohne Folgen bleiben dürfen. Belgien ist mit 10 % der Anteile der größte Aktionär der Bank.

Seit der Finanzkrise und der Rettung der angegriffenen Fortis-Bank, die später in die BNP Paribas aufging, besitzt der belgische Staat diese Aktien. Jetzt wurde BNP Paribas von den US-Behörden durchleuchtet und diese fanden heraus, dass die amerikanische Filiale von BNP Paribas Geschäfte mit Staaten abwickelte, gegen die die USA einen Handelsboykott handhaben: Kuba, Iran und eben auch Sudan.

Die Bank muss deshalb eine Rekordstrafe von 9 Milliarden US-Dollar zahlen. Staatssekretär Crombez zeigte sich De Morgen gegenüber schockiert darüber, dass BNP Paribas, deren Dividenden in den belgischen Staatshaushalt einfließen und dabei helfen, diesen auszugleichen, mit Unrechtsregimen, wie dem im Sudan, Geschäfte macht. Während der Unruhen in der Provinz Darfur kamen zwischen 2003 und 2008 rund 300.000 Menschen, zumeist Zivilisten, ums Leben.

Dies müsse Konsequenzen haben, so der flämische Sozialist: Entweder stößt Belgien die BNP Paribas-Aktien ab oder die Bank beugt sich den Forderungen ihres wichtigsten Aktionärs und beendet sofort solche illegalen Praktiken.