Attentäter von Brüssel vor der Auslieferung

Mehdi Nemmouche, der mutmaßliche Attentäter von Brüssel, kann schon bald ausgeliefert werden. Nach Angaben von französischen Medien ist dessen Einspruch gegen die Auslieferung an die belgische Justiz durch einen Formfehler nicht rechtsgültig.

Mehdi Nemmouche steht im dringenden Verdacht, am 24. Mai einen Anschlag auf das Jüdische Museum verübt zu haben, bei dem drei Personen getötet und eine weitere schwer verletzt wurde. Der Schwerverletzte erlag zudem einige Zeit später seinen Verletzungen. Nemmouche war kurz danach in Marseille verhaftet worden, nach dem in seinem Gepäck in einem Fernbus aus Richtung Niederlande und Belgien Waffen und Munition gefunden worden waren. Von dort aus wurde er in ein Gefängnis in Versailles verlegt. Die belgische Justiz stellte sofort nach dessen Verhaftung einen Auslieferungsantrag bei den französischen Behörden.

Einen Einspruch gegen diese Auslieferung lehnte die Justiz in Versailles allerdings ab, wogegen die Anwälte des mutmaßlichen islamistischen Terroristen in Kassation gehen wollten. Doch dies ist, wie französische Medien jetzt melden, wahrscheinlich nicht möglich. Die dazu notwendigen Dokumente haben den französischen Kassationshof nicht fristgerecht erreicht, weshalb sich dieses Gremium wohl gar nicht erst mit dem Vorgang beschäftigen wird. Das bedeutet letztendlich, dass der Auslieferung Nemmouches nach Belgien nichts mehr im Wege steht.