Dancefestival: Neue Klagen gegen Tomorrowland

Die Staatsanwaltschaft von Antwerpen hat offiziell Ermittlungen wegen Interessenverflechtung, Missbrauch von öffentlichen Geldern, Betrug und Bestechung im Zusammenhang mit dem Dancefestival Tomorrowland in Boom bei Antwerpen aufgenommen. Der Fall beschäftigt sich mit der Umweltgenehmigung, die die Anrainergemeinden Boom und Rumst dem Festival erteilt haben.

Das weit über die Grenzen hinaus bekannte Dancefestival Tomorrowland ist bei einigen Anwohnern umstritten. Diese und ihre Anwältin Griet Knudde versuchen alles, die diesjährige Ausgabe, die wegen des 10. Geburtstags des Festival an zwei Wochenenden (18. bis 20. Juli und 25. dis 27. Juli) stattfindet, zu verhindern. Eine entsprechende einstweilige Verfügung gegen das Festival war allerdings vor einigen Wochen gescheitert.

Jetzt versucht es Anwältin Knudde auf anderem Wege und reicht Klage ein, weil sie vermutet, dass bei den Genehmigungsverfahren und bei der Vergabe der Umweltgenehmigung für die Dauer von 20 Jahren nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Angeklagt wurde z.B. der Antwerpener Provinzialrat, weil dessen Mitglieder für Tomorrowland 2014 Freikarten erhalten haben. Daneben will die streitbare Juristin auch die Zuschüsse untersuchen lassen, die die beiden Anrainergemeinden Boom und Rumst dem Megaevent zukommen lassen.

Ihrer Ansicht nach geben die „Geschenke“ von Seiten der Festivalorganisatoren an die Mitglieder des Provinzialrates und der Gemeinderäte von Boom und Rumst zumindest „den Schein der Befangenheit“. Die Staatsanwaltschaft von Antwerpen gab an, dass die Aufnahme von Ermittlungen noch lange nicht bedeutet, dass wirklich strafbare Fakten vorliegen.

Tomorrowland ist erstaunt

Die Festivalveranstalter reagierten völlig konsterniert auf die Nachricht, dass gegen sie und gegen verschiedene öffentliche Gremien ermittelt wird. Sie sprechen von einer konstanten Hetzkampagne gegen das Festival von Seiten der Klägeranwältin Griet Knudde. Am Dienstagabend hatten lag bei ihnen noch keine Meldung vor, dass Ermittlungen aufgenommen worden sind.

„Wir sind sehr erstaunt darüber, dass erneut eine Klage erfolgt, weil bereits ein Berufungsrichter am 25. Juni ein deutliches Urteil über die so genannten Interessensverflechtungen, von denen Anwältin Knudde spricht, gefällt hat.“, hieß es dazu in einer Presseerklärung.

Demnach seien die Kompensierungen für die Gemeinden Boom und Rumst und die Mietabsprachen für das der Provinz Antwerpen gehörenden Freizeitparks „De Schorre“ in Boom korrekt und mit allen dazu notwendigen Dokumenten verlaufen.