Morddrohungen gegen Adnan Januzaj

Der junge belgische Nationalspieler Adnan Januzaj hat Morddrohungen aus Serbien und aus Albanien erhalten. In diesen Ländern nehmen so genannte Fußballfans dem 19jährigen offenbar übel, sich für Belgien entschieden zu haben.
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Der serbische Radiosender „S Media“ hatte gemeldet, dass sich der für die belgische Nationalmannschaft aufspielende offensive Mittelfeldspieler, der beim englischen Premier League-Club Manchester United unter Vertrag steht, Morddrohungen aus Ländern stellen müsse, für die er ebenfalls hätte spielen können.

Adnan Januzaj kommt aus einer internationalen Familie und ist in Brüssel aufgewachsen. Er hätte auch für England, für die Türkei, für Albanien und Kosovo und für Serbien spielen können, von wo aus er auch heftig umworben wurde.

Seine Eltern sind Kosovo-Albaner, die 1992 vor dem Bosnienkrieg nach Belgien geflohen waren. Januzais Vater war von der damaligen Volksarmee von Jugoslawien zum Kriegsdienst einberufen worden. Doch offensichtlich war lag ihm das Projekt von Belgiens Nationaltrainer Marc Wilmots am nächsten: „Ich bin in Brüssel geboren und in Belgien liegt meine Zukunft.“

Januzaj gehörte zum Aufgebot der belgischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Brasilien. Dort kam er einmal zum Einsatz und zwar im dritten Gruppensiel der Roten Teufel gegen Südkorea, als er knapp eine Stunde spielte. Als Kind spielte Januzaj für den FC Brüssels und für den RSC Anderlecht. 2011 wechselte er zur Nachwuchsabteilung von Manchester United.