Ypern begrüßte die Tour de France 2014

Viele tausend Radsportfans trotzten dem schlechten Wetter und kamen am Mittwoch nach Ypern, wo König Philippe am Mittag das Startzeichen für die 5. Etappe der diesjährigen Tour de Frane gab. Ex-Premierminister Yves Leterme war noch während seiner Amtszeit gelungen, die Tour aus Anlass des 100. Jahrestags des Ersten Weltkriegs in diese Region zu holen.

Die Innenstadt von Ypern hatte nach dem EU-Gipfel vor einigen Wochen die zweite symbolische Großveranstaltung zum 100. Jahrestag des Ersten Weltkriegs zu meistern.

Die Bewohner der Stadt ertrugen dies mit Wohlwollen, denn hier ist nicht zuletzt tiefes flämisches Radsportland. Die Innenstadt war seit den frühen Morgenstunden gesperrt und gegen 11 Uhr 45 verließ die Werbekarawane der Frankreichrundfahrt den Großen Markt der Stadt.

Um 13 Uhr 45 gab König Philippe den offiziösen Startschuss für das Peloton, doch vorher schrieben sich die Fahrer einzeln auf dem Podium in das Startbuch. Vom Markt aus fuhren die Radprofis dann zum französischen Soldatenfriedhof Saint Charles de Potyze bei Zonnebeke, wo dann gegen 14 Uhr der offizielle Start gegeben wurde.

Von dort aus ging es entlang einige symbolischer Orte, die der Erste Weltkrieg vor 100 Jahren geprägt hatte, in Richtung Frankreich, wo dann das Peloton einige Kopfsteinabschnitte des Frühjahrsrennens Paris-Roubaix zu meistern hatte.

Omega Pharma-Quick Step mit Symbolen am Start

Die Mannschaft des belgischen Radsportteams Omega Pharma-Quick Step erschien in Ypern mit auf den Ärmeln der Trikots aufgedruckten Klatschmohnblüten. Diese Blume steht symbolisch für den Ersten Weltkrieg und ist vor allem in Großbritannien ein wichtiges Erinnerungszeichen an diesen Großen Krieg.

Zusätzlich zu den Blumen war bei OPQS auch ein Hashtag zu erkennen: #wedontforget. Team-Manager Patrick Lefevere sagte dazu, dass der Erste Weltkrieg noch immer eine große Rolle im Leben vieler Menschen in der Provinz Westflandern einnimmt und dass das Hauptquartier von OPQS in Wevelgem im Herzen Westflanders liege. Deshalb habe man sich entschlossen, die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs, ungeachtet ihrer Herkunft, mit diesen Aufdrucken zu ehren:

„Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg sind Fahrer aus 13 verschiedenen Ländern in unserer Mannschaft. Sport ist immer ein Mittel gewesen, um Einheit und nicht Trennung zu schaffen. Wir hoffen, dass diese kleine Geste etwas zum Andenken an die ärgsten menschlichen Dramen von damals beitragen kann.“